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Bieterkampf um Alstom So gut stehen die Chancen für Siemens

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Wer hat das letzte Wort?


Was alles einmal zu Siemens gehörte
Joe Kaeser Quelle: dpa
Wolfgang Dehen Quelle: dpa
Kaffee tropft aus einem Kaffee-Vollautomaten in eine Tasse Quelle: dapd
Gigaset-Telefone Quelle: dapd
Stopp-Schild vor einem Gebäude mit dem Benq-Logo Quelle: AP
Schild Nokia Siemens Networks Quelle: dpa
Infineon-Fabrik Quelle: REUTERS

Nuklear-Technik bleibt in Frankreich

Das heißeste Thema: Die Turbinen für Atomkraftwerke. Paris möchte dieses Geschäft unbedingt in französischer Hand wissen. Alstom liefert Turbinen für alle Atomkraftwerke des Landes. Käme der General Electric zum Zug, läge die Entscheidung darüber, in welchen Kraftwerken Alstom-Generatoren laufen bei den Amerikanern.

Paris befürchtet zudem, dass GE die französische Nuklear-Sparte einschrumpfen könnte, da der Konzern selbst über Technik für Atomkraftwerke verfügt. Siemens hingegen hat bereits klar gemacht, dass im deutsche Konzept die Hoheit über das Atomgeschäft in Frankreich verbleiben würde. Siemens würde, so zitieren Nachrichtenagenturen einen Insider, das Geschäft mit den AKW-Turbinen an den Staatskonzern Areva verkaufen, der auf Nukleartechnologie spezialisiert ist.

Das Tauziehen um Alstom

Der französischen Regierung gefällt zum einen, dass Siemens aus Alstom einen europäischen Transport-Champion formen möchte und dazu bereit ist, die eigene Bahn-Sparte abzutreten. Außerdem begrüßt sie den Gedanken, weiter das Sagen über die Atom-Sparte des Konzerns zu haben. Aber: Der Alstom-Vorstand hat großes Interesse am 12 Milliarden hohen Angebot von General Electric. Alstom-Chef Patrick Korn hat dies mehrfach deutlich gemacht.

Das letzte Wort

Siemens und General Electric, so heißt es aus Unternehmenskreisen, bereiten sich auf einen Bieterkampf vor. Die französische Regierung wird versuchen, den Preis für seine Industrieperle hochzutreiben. Das könnte sich über Monate hinziehen. Es sei denn, General Electric wirft das Handtuch.

Paris ist bekannt dafür, Unternehmen aus Übersee zu zermürben. Kürzlich wollte Yahoo das französische Youtube-Pendant Daily Motion kaufen und scheiterte an der heftigen Gegenwehr von Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg.

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Die französische Regierung hat zudem erst vor wenigen Tagen ein Dekret erlassen, nach dem sie die Übernahme von französischen Firmen durch ausländische Firmen blockieren kann. Das betrifft Unternehmen aus strategisch wichtige Industrien wie Energie, Wasser, Telekommunikation oder Gesundheitswesen. Die EU will das Dekret prüfen. EU-Binnenkommissar Michel Barnier warnte vor Protektionismus.

Fakt ist: Ohne die Zustimmung der Regierung kommt im Zweifelsfall keines der beiden Unternehmen zum Zug.

Nun kommt es darauf an, wie hartnäckig General Electric um Alstom wirbt. Macht am Ende derjenige das Rennen, der den längeren Atem beweist? Vieles spricht aus Sicht der französischen Regierung für das Angebot aus Deutschland. Auch wenn nicht alle Mitglieder der Regierung so für Siemens brennen wie Wirtschaftsminister Montebourg.

Energieministerin Ségolène Royal sagte im Interview mit "Paris Match": "General Electric ist eine sehr gute Möglichkeit für Alstom. Es ist das beste Industrieprojekt. Warum sollte man das nicht aussprechen?"

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