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Bilanzsaison US-Unternehmen verdienen so viel wie noch nie

Der Rohstoff-Riese Alcoa eröffnet die Bilanzsaison in den USA. Die Unternehmen werden Rekordgewinne melden. Ein Grund für den überraschenden Boom: Niedrige Energiepreise verhelfen der US-Wirtschaft zu neuer Blüte.

Alcoa Quelle: dapd

Alle Augen auf Klaus Kleinfeld: Wenn der deutsche Chef des amerikanischen Aluminium-Riesen Alcoa heute Abend nach Börsenschluss in New York die US-Bilanzsaison einläutet, wird er traditionell einen Ausblick auf die Lage der Unternehmen geben. Und die Vorzeichen stimmen optimistisch – Experten erwarten bei Alcoa das stärkste Wachstum der vergangenen drei Jahre. Dank Umstrukturierungen und steigender Aluminiumpreise rechnen Analysten mit einer Rückkehr in die Gewinnzone. Einer Umfrage der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zufolge wird Alcoa einen Reingewinn von sechs Cent je Aktien ausweisen – nach einem Verlust von drei Cent je Anteilsschein im Vorjahr.

Einen ersten Vorgeschmack auf den nun beginnenden Reigen der US-Unternehmenszahlen hatte vergangene Woche bereits Boeing gegeben: Der Flugzeughersteller erzielte im vergangenen Jahr die meisten Bestellungen seit 13 Jahren – und das vermutlich mit einer vier Mal höheren Profitabilität wie der europäische Konkurrent Airbus.

In der US-Wirtschaft herrscht eine gute Stimmung: Der starke Binnenmarkt mit einem Wachstum von mehr als zwei Prozent treibt die Gewinne der Unternehmen. Die lagen im vergangenen Jahr so hoch wie noch nie.

Amerikas 50 größte Industriekonzerne erzielten nach Berechnungen des Handelsblatts mit Hilfe von Finanzdatenspezialisten wie Bloomberg 2012 einen Reingewinn von 232 Milliarden Dollar. Das sind sechs Prozent mehr als im Rekordjahr 2011 – und dreimal so viel wie die 50 größten Industriekonzerne Deutschlands verdienen. Dabei sind in der Berechnung die Ölkonzerne ausgenommen. Mit ihnen kommen Amerikas Top 50 sogar auf 307 Milliarden Dollar Profit.

Angesichts guter Wachstumserwartungen in den USA und den Schwellenländern rechnen die Analysten sogar damit, dass Amerikas 500 größte Unternehmen in diesem Jahr beim Reingewinn die Marke von einer Billion Dollar knacken werden. Das wäre ein Plus von mehr als zehn Prozent gegenüber dem Boomjahr 2012.

„Die Wettbewerbsfähigkeit des US-Markts hat sich entschieden gewandelt“, sagt Joanna Shatney vom britischen Vermögensverwalter Schroders. Ein wichtiger Grund für das Gewinnplus sind die niedrigen Energiekosten. Erdgas etwa kostet in den USA derzeit drei- bis viermal weniger als in Europa und Asien. Erdöl ist für 18 Prozent weniger zu haben als im Rest der Welt.

Die Folgen: mehr Investitionen und eine Reindustrialisierung Amerikas und damit auch steigende Gewinne und Umsätze. Reihenweise eröffnen Unternehmen der verarbeitenden Industrie neue Standorte, etwa General Electric oder Caterpillar. 

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