Bilfinger Herbert Bodner gibt Gewinnwarnung aus

Erst Anfang August hatte Bilfinger seine Prognose um 40 Millionen Euro gesenkt - nun ging es abermals abwärts. Nach dem Abgang von Roland Koch startet auch sein Nachfolger Herbert Bodner mit einer Gewinnwarnung.

Bilfinger: Herbert Bodner gibt erneute Gewinnwarnung aus Quelle: dpa

Nur einen Monat nach dem Rücktritt von Vorstandschef Roland Koch sieht sich Bilfinger zur nächsten Gewinnwarnung gezwungen. Nach einer neuerlichen Analyse der Geschäftslage schraubte der Bau- und Dienstleistungskonzern seine Gewinnziele für 2014 abermals nach unten. Wie das Management am Mittwochabend mitteilte, rechnet es nun nur noch mit einem bereinigten Ergebnis (Ebita) aus fortzuführenden Aktivitäten von mindestens 270 Millionen Euro.

Erst Anfang August hatte Bilfinger die Prognose um 40 Millionen Euro auf 340 bis 360 Millionen Euro gesenkt und zugleich die Trennung von Koch bekanntgegeben. Das bereinigte Konzernergebnis wird inzwischen mit mindestens 160 Millionen Euro erwartet, nachdem das Ziel zuletzt bereits um 25 Millionen auf 205 bis 225 Millionen Euro reduziert wurde.

Bilfinger Jahreszahlen 2013

Der frühere hessische Ministerpräsident Koch hatte nach zwei Gewinnwarnungen innerhalb kurzer Zeit das Vertrauen des Aufsichtsrats verloren. Die verpassten Ziele in der Kraftwerkssparte kosteten ihn nach drei Jahren an der Spitze des Mannheimer Traditionsunternehmens den Job. Kochs Nachfolger ist der langjährige frühere Konzernchef Herbert Bodner, dessen Vertrag bis Ende Mai 2015 läuft.

Neubewertung nötig

Bodner führt sich nun ebenfalls mit einer Gewinnwarnung ein. "Im Geschäftsfeld Power ist infolge des ungewissen Marktumfelds eine grundlegende Neubewertung der Situation erforderlich", hieß es in der Pflichtmitteilung.

"Aufgrund mangelnder Auslastung und des niedrigen Preisniveaus auf den für Bilfinger relevanten Märkten muss die Ergebniserwartung für 2014 nochmals deutlich zurückgenommen werden." Die Konzernleistung werde sich im laufenden Geschäftsjahr jedoch im Rahmen der bisherigen Prognose von 7,7 Milliarden Euro bewegen.

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Die deutschen Energiekonzerne haben wegen des Ausbaus Erneuerbarer Energien derzeit mit Ertragsproblemen zu kämpfen und investieren wenig in Wartung und Bau von Kraftwerken, woran Bilfinger als Dienstleister verdient. Überschüssiger deutscher Windstrom wird zudem nach Polen geliefert, so dass die Erneuerung von Kohlekraftwerken hinausgeschoben wird.

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