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Biotech Wo in Deutschland der Corona-Impfstoff produziert wird

An vielen deutschen Standort werden mögliche Corona-Impfstoffe produziert. Quelle: dpa

Elon Musk will dem Tübinger Biotechunternehmen Curevac bei der Herstellung eines Corona-Impfstoffes helfen. In der Eifel sollen Mini-Fabriken entstehen. Doch auch an anderen deutschen Standorten laufen Vorbereitungen.

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„Tesla baut als Nebenprodukt RNA-Minifabriken für Curevac und möglicherweise andere“ twitterte Musk. Konkret bedeutet das: In Prüm, wo die Tesla-Tochter Grohmann Maschinen zur Batteriefertigung herstellt, entsteht nun auch eine mobile Produktionsstätte für Impfstoffe. Offenbar verfügen die Tesla-Ingenieure über das entsprechende Know-how.

In den Mini-Fabriken sollen Botenstoffe, die Grundlage für den Impfstoff, hergestellt werden. Der Vorteil: Die Anlagen sind transportabel und könnten flexibel überall dort eingesetzt werden, wo die Infektionen besonders hoch sind und Impfstoffe benötigt werden.

Noch ist weltweit kein Impfstoff zugelassen. Zwar laufen bereits zahlreiche klinische Tests. Doch vor Mitte 2021 dürfte nach Ansicht der meisten Experten kein Impfstoff auf den Markt kommen.

Die Vorbereitungen dafür laufen freilich auf Hochtouren. Nicht nur bei Tesla in der Eifel, sondern auch bei Curevac in Tübingen und beim Konkurrenten Biontech in Mainz und Idar-Oberstein. Die Unternehmen produzieren schon mal auf Vorrat – ist die Zulassung von den Arzneibehörden erteilt, müssen sie schnell liefern.

Der Bedarf ist weltweit riesig. Rund sechs Milliarden Impfstoffdosen dürften insgesamt nötig sein, um die Menschheit vom Coronavirus zu erlösen. Womöglich auch das Doppelte - sofern zweimal gespritzt werden muss. Neben Curevac und Biontech, deren Projekte bereits weiter fortgeschritten sind, arbeiten weltweit mehr als hundert Unternehmen und Forschungseinrichtungen an Impfstoffen gegen Corona.

Am Curevac-Stammsitz in Tübingen, oberhalb der Altstadt, würden die Produktionskapazitäten für Hunderte Millionen Impfstoffdosen im Jahr ausreichen. Eine weitere Großanlage, die von der EU finanziell gefördert wird, ist in Vorbereitung. Damit könnten sogar Milliarden von Impfstoffdosen produziert werden.

Bei Biontech in Mainz und Idar-Oberstein wollen sie dieses Jahr noch Millionen Dosen herstellen, 2021 dann Hunderte Millionen Dosen. Vorstandschef Ugur Sahin erklärt, dass die Produktionsstraßen in Mainz und Idar-Oberstein „teilweise rund um die Uhr“ laufen. In den USA fahndet Kooperationspartner Pfizer nach Kapazitäten.

Die Herstellung geschieht auf eigenes Risiko. Falls der Impfstoff in den Tests noch scheitert und nicht zugelassen wird, waren auch all die Anstrengungen in der Produktion vergeblich.

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Der Wettlauf um den Corona-Impfstoff entscheidet sich bald. Bei Curevac steigt der Staat ein, die börsennotierte Biontech will es allein schaffen. Mehrheitseigentümer Thomas Strüngmann geht ein hohes Risiko ein.

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