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BMW-Chef Reithofer "Wir wollen noch schneller und besser werden"

BMW will künftig mit Toyota kooperieren. Konzernchef Reithofer erklärt im Interview, wie weit diese Zusammenarbeit gehen wird, warum Allianzen mehr als Notlösungen sind - und wieso die Wirtschaft den Euro braucht.

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Toyota-Chef Toyoda und BMW-Boss Norbert Reithofer besiegeln die neue Zusammenarbeit.

Herr Reithofer, künftig kooperiert BMW mit Toyota. Können Sie schon Japanisch?

Ich kann „guten Tag“ auf Japanisch sagen, aber mehr leider nicht.

Sie wollen mit Toyota bei den Zukunftstechnologien Brennstoffzelle und Leichtbau kooperieren und einen Sportwagen entwickeln. Zu Jahresbeginn war noch PSA Peugeot Citroën Ihr bevorzugter Partner für den Weg ins Elektrozeitalter. Warum der abrupte Kurswechsel?

Einen abrupten Kurswechsel kann ich hier nicht erkennen. Schon Ende 2011, als wir die Lieferung von effizienten Dieselmotoren der BMW Group für Toyota-Fahrzeuge in Europa sowie eine Kooperation bei der Grundlagenforschung für die nächste Generation von Lithium-Ionen-Batterietechnologie vereinbarten, haben wir angekündigt, weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu prüfen.

Bleibt aber die Frage, warum es plötzlich mit den Franzosen nicht mehr passte.

Der Einstieg von General Motors bei unserem französischen Partner im Frühjahr hat die Situation bei unserem Hybrid-Gemeinschaftsunternehmen verändert. Wir sprechen derzeit mit PSA über Lösungsmöglichkeiten. Am Ende könnte es sein, dass sich die Eigentümerstrukturen bei dem Joint Venture verändern. Unsere Kooperation mit Peugeot Citroën bei kleinen Benzinmotoren für Mini- und PSA-Modelle ist davon jedoch nicht betroffen und wird zumindest bis 2016 fortgesetzt.

Ist das unübersehbare Geflecht von Allianzen und Kooperationen in der Autobranche Ausdruck von Schwäche?

Davon kann überhaupt keine Rede sein. Auf unsere Branche kommen enorme Herausforderungen zu, die dem einen oder anderen so noch gar nicht bewusst sein dürften. Die EU gibt beispielsweise vor, bis 2020 die durchschnittlichen Emissionen von Kohlendioxid bei Neuwagen auf 95 Gramm zu reduzieren, ähnliche Vorschriften gelten für China und die USA. Die BMW Group liegt derzeit bei 148 Gramm. Das heißt: Die Einsparungen, die vor uns und der gesamten Branche liegen, sind enorm und erfordern massive Investitionen in neue Technologien.

Und die kann BMW nicht allein meistern?

Grundsätzlich sind wir natürlich in der Lage, jede Technik auch allein zu entwickeln. In bestimmten Bereichen ist es aber sinnvoller, sich einen Partner zu suchen und die Kosten zu teilen. Dabei achten wir darauf, dass der Charakter und die Eigenständigkeit unserer Marken gewahrt bleiben. Mit unseren Kooperationen wollen wir nicht größer werden, sondern noch schneller und noch besser. Dies gilt auch für die Zusammenarbeit mit Toyota. Warum sollten wir davon nicht gegenseitig profitieren?

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