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Börsenmäntel US-Börsenaufsicht SEC nimmt Spacs ins Visier – Aktie des Tesla-Rivalen Lucid bricht ein

Die US-Börsenaufsicht untersucht den Börsengang des Elektroautobauers Lucid via Mantelgesellschaft. Auch das neue Online-Projekt von Donald Trump wird geprüft.

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Die Fusion mit der Unternehmenshülle Churchill Capital IV verschaffte dem Elektroautobauer eine Börsenbewertung von 24 Milliarden Dollar. Quelle: Reuters

Eine Vorladung der US-Börsenaufsicht SEC lässt die Aktien des Tesla-Rivalen Lucid um bis zu 19,5 Prozent einbrechen. „Die Untersuchung scheint sich auf den Geschäftszusammenschluss zwischen dem Unternehmen Churchill Capital IV und Atieva sowie auf bestimmte Prognosen und Aussagen zu beziehen“, teilte Lucid mit.

Die SEC wollte sich nicht zu ihrem Vorgehen äußern. Die US-Behörde nimmt immer mehr Firmen unter die Lupe, die sich für einen Börsengang mit einer sogenannten Special Purpose Acquisition Company (SPAC) zusammenschließen.

Die Fusion mit der Unternehmenshülle Churchill Capital IV verschaffte dem Elektroautobauer eine Börsenbewertung von 24 Milliarden Dollar. Nach den strafrechtlichen Verfahren gegen den Elektrolastwagenbauer Nikola würden neue Hersteller von den Aufsichtsbehörden zum Schutz der Investoren verstärkt unter die Lupe genommen, sagte Analyst Garrett Nelson von der Analysefirma CFRA.

Mittlerweile hat die SEC auch eine Untersuchung gegen Tesla eingeleitet. Die Behörde reagierte damit auf einen Tipp, wonach der US-Elektroautobauer in seiner Solarsparte jahrelang seine Aktionäre und die Öffentlichkeit nicht ordnungsgemäß über Feuergefahr bei defekten Photovoltaikanlagen informiert haben soll. Tesla-Aktien gaben rund vier Prozent nach. Die Aktien von Elektroauto-Start-ups wie Canoo, Faraday Future und Fisker gerieten ebenfalls unter Druck.

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    Und auch Ex-US-Präsident Donald Trump ist mit seinem neuen Online-Projekt ins Visier der Börsenaufsicht SEC geraten. Die Behörde nimmt die Firma unter die Lupe, über die Trump sein soziales Netzwerk „TRUTH Social“ an die Börse bringen will. Die Gesellschaft mit dem Namen Digital World Acquisition (DWAC) teilte am Montag mit, ein Auskunftsersuchen der SEC erhalten zu haben. Unter anderem verlange sie Informationen über die Kommunikation mit Trumps Unternehmen und schaue sich den Handel mit Aktien von DWAC an vor dessen Ankündigung, mit der Trump Media & Technology Group (TMTG) zusammenzuarbeiten.

    Spacs sind risikobehaftet

    TMTG soll über die Fusion mit der Digital World Acquisition durch die Hintertür an die US-Technologiebörse Nasdaq gebracht werden. Hinter DWAC steht der ehemalige Deutsche-Bank-Investmentbanker Patrick Orlando. DWAC hat 293 Millionen Dollar eingesammelt, die Trumps neuem Netzwerk zur Verfügung gestellt werden sollen. DWAC-Aktien hatten bei dem ursprünglichen Geschäft mit Trump Media im Oktober einen Wert von zehn Dollar. Am Montag notierten sie bei 42,60 Dollar.

    Trumps Twitter-Konkurrent soll im ersten Quartal 2022 an den Start gehen. Die sogenannten Spacs, über die der Börsengang ermöglicht werden soll, sind nicht ohne Risiko. Investoren der leeren Börsenhülle – in diesem Fall DWAC – wissen im Vorfeld in der Regel nicht, mit welcher Firma die Gesellschaft fusioniert. Ein vom Banker Orlando in China initiiertes Spac war kürzlich gescheitert, weil Anleger wieder abgesprungen sind.

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