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Böse Überraschung Lanxess schockiert Aktionäre

Der Kölner Chemiekonzern schreibt im Geschäftsjahr 2013 rote Zahlen. Der Vorstand hat die Lage bislang wohl zu optimistisch eingeschätzt.

Die größten Chemiekonzerne der Welt
Das Mitsubishi Chemical-Werk in Yokohama Quelle: Pressebild
Platz 8: Dupont Quelle: dpa
Platz 7:LyndellBasell Quelle: AP
Screenshot Formosa Plastics Quelle: Screenshot
Platz 4: Exxon Mobil Quelle: Reuters
Platz 6: Sabic Quelle: dpa
Platz 6: Shell Quelle: Reuters

Schwarz und rot sind die Konzernfarben von Lanxess. Derzeit dominiert Rot. 2013 wird ein Konzernverlust von 159 Millionen Euro anfallen, gab das Unternehmen am Vormittag bekannt. Im Vorjahr 2012 hatte Lanxess noch ein Gewinnplus von gut 500 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Konzernumsatz reduziert sich um fünf Prozent auf 8,3 Milliarden Euro. Die Dividende für die Aktionäre halbiert sich von einem Euro auf 0,50 Euro.

Grund für den Konzernverlust: Im vierten Quartal musste Lanxess  insgesamt Abschreibungen in Höhe von 257 Millionen Euro vornehmen. Bei Kautschukchemikalien und elastischen Kunststoffen ist entsprechender  Korrekturbedarf entstanden. Als Grund führt Lanxess erwartete Überkapazitäten und höhere Kosten sowie „Veränderungen im Wettbewerbsumfeld“ an.  Insbesondere in Asien drängen neue, aggressive Anbieter auf die Märkte.

Dass die Geschäfte bei Lanxess schlecht laufen, war schon länger klar. Insbesondere die starke Abhängigkeit vom Autogeschäft wirkte sich nachteilig aus. Allein 40 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet der Kölner Chemiekonzern mit der kriselnden Pkw-Branche: Lanxess liefert etwa  Kautschuk für Gummi, Reifen und Dichtungen sowie Kunststoffe. Offensichtlich hat der Lanxess-Vorstand die Dimension der Krise unterschätzt, obwohl sich der Gewinn bereits in den vergangenen Quartalen rückläufig entwickelte.

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Vorstandschef Axel Heitmann vermittelte den Eindruck, als würde es sich lediglich um eine Delle handeln. Im Januar dieses Jahres musste Heitmann gehen. Der Aufsichtsrat ersetzte den charismatischen Chef durch Matthias Zachert, der spätestens im Mai antreten soll. Zachert amtiert derzeit als Finanzvorstand beim Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck; zuvor war er in gleicher Position bei Lanxess tätig.

Eine von Zachert wichtigsten Aufgaben dürfte sein, das Vertrauen der Aktionäre wieder zurückzugewinnen. Das ist erstmal verloren gegangen: Nach der Verlust-Ankündigung sackte der Lanxess-Aktienkurs erst einmal um sechs Prozent ab.

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