Bosch Der neue Star der Sicherheitsbranche

Klammheimlich hat sich Bosch einen Spitzenplatz in der Sicherheitstechnik erarbeitet. Die Techniken kommen längst nicht nur in der Gebäudeüberwachung zum Einsatz, sondern auch beim Automobilbau.

Die größten deutschen Konzerne
Weltweiter Rang 409 (Vorjahr: 38)Proteste gegen Kraftwerke wie hier in Datteln sind nur ein Problem, mit dem der Energiekonzern Eon zu kämpfen hat. Die Abkehr von der Atomenergie in Deutschland hat dem Unternehmen auch einen schweren Abstieg in der Forbes-Liste der 2000 größten Unternehmen beschert. Von Platz 38 auf der Liste des vergangenen Jahres ging es in diesem Jahr herunter auf Platz 409. Denn ein Verlust von 3,1 Milliarden Dollar ist in der Übersicht vermerkt. Unter den deutschen Unternehmen schafft es Eon damit nur noch auf Rang 20 nach Platz 3 im Vorjahr. In die Top 10 der deutschen Aktiengesellschaften hingegen schafften es die folgenden. Quelle: dpa
Weltweiter Rang 180 (Vorjahr: 109)Ein gutes Stück nach unten rutschte auch der Rückversicherer Munich Re, hier ein Blick auf die Konzernzentrale in München (Archiv). Bei der Marktkapitalisierung ist das Unternehmen anderen Börsengesellschaften weit unterlegen und auch der Gewinn floss im vergangenen Jahr nicht übermäßig. Quelle: ap
Weltweiter Rang 143 (Vorjahr: 101)Nicht ganz so weit bergab wie für Eon ging es für den Konkurrenten RWE, da beim Konzern trotz Energiewende ein staatlicher Gewinn in Höhe von 2,3 Milliarden Dollar nach der Forbes-Liste anfiel. Allerdings lag auch RWE auf Platz neun der größten deutschen Aktiengesellschaften bei der Marktkapitalisierung mit 29,9 Milliarden Dollar deutlich hinter dem einen Rang besser platzierten Unternehmen. Quelle: dpa
Weltweiter Rang 136 (Vorjahr: 147)Mit einem Börsenwert von 59,2 Milliarden Dollar schaffte es der Chemie- und Pharmakonzern Bayer, sich in der weltweiten Liste einige Plätze nach vorne zu kämpfen. Dazu trug auch der stattliche Gewinn in Höhe von 3,2 Milliarden Dollar bei. Das Bild zeigt das Stammwerk im nordrhein-westfälischen Leverkusen. Quelle: dpa
Weltweiter Rang 74 (Vorjahr: 73)Auf Rang sieben der größten deutschen Aktiengesellschaften liegt der Ludwigshafener BASF-Konzern. Der weltgrößte Chemiekonzern konnte seine globale Position festigen und verschlechterte sich lediglich um einen Rang. Dennoch bleibt der Vorsprung vor dem Erzrivalen Bayer beachtlich. Quelle: dpa
Weltweiter Rang: 61 (Vorjahr: 72)Die Wiederauferstehung der Autokonzerne nach der heftigen Rezession im Jahr 2009 zeigt sich auch im diesjährigen Forbes-Ranking. BMW macht das zweite Mal in Folge einen Satz nach vorne und springt von Platz 97 über Platz 72 im vergangenen Jahr auf Rang 61. Der Umsatz näherte sich mit 95,8 Milliarden Dollar einer runden Marke und auch der Gewinn sprudelte kräftig. Davon profitierten auch die Mitarbeiter, die eine Rekordprämie erhielten. Quelle: dapd
Weltweiter Rang: 52 (Vorjahr: 62)Ende Mai übernimmt Anshu Jain (Bild) als Teil einer Doppelspitze den Top-Posten bei der Deutschen Bank. Beim Börsenwert läuft das Institut schon lange den global führenden Konkurrenten wie JP Morgan (Weltweiter Rang: 2) hinterher. Und auch beim Gewinn erreichte das Institut bei weitem nicht die selbst gesteckten Ziele. Dennoch reichte es für eine deutliche Verbesserung und für Rang 5 unter den deutschen Börsen-Gesellschaften. Quelle: dpa
Weltweiter Rang: 50 (Vorjahr: 45)Ex-Bayernprofi Paul Breitner strahlt bei der Besichtigung eines Siemens-Werks in Brasilien. Der weltweit aktive Industriekonzern mit Sitz in München landet auf Rang vier der größten deutschen Börsenkonzerne und teilt sich diesen Platz mit einem weiteren Unternehmen aus der bayerischen Hauptstadt. Sowohl Umsatz als auch Marktwert liegen in der Forbes-Liste nur einige Milliarden Dollar von der 100-Milliarden-Schwelle entfernt. Quelle: dpa
Weltweiter Rang: 50 (Vorjahr: 20)Niedrige Zinsen in weiten Teilen der Welt machen dem Versicherungskonzern Allianz zu schaffen. Deswegen rutschte das Unternehmen deutlich in der Rangliste herab und teilt sich den 50. Platz weltweit mit Siemens und Rang vier in Deutschland. Bei Umsatz und Bilanzsumme sah es global zwar sehr gut aus (Rang 24 bzw. 32), aber Gewinn (Rang 177) und Börsenwert (Rang 121) drückten das Gesamtergebnis. Quelle: dapd
Weltweiter Rang: 37 (Vorjahr: 43)Ein paar Plätze gut machen konnte Daimler, auch wenn zuletzt die Hauptmarke Mercedes-Benz etwas gegenüber den Konkurrenzmarken Audi und BMW ins Hintertreffen geraten war. Vor zwei Jahren hatte der Konzern in der Liste noch Rang 388 belegt - das war nach der Phase, als ein arabischer Investor dem Konzern beisprang und Kapital zuschoss. Doch jetzt ist Daimler beim Umsatz sogar auf Rang 21 weltweit gelandet. Geschlagen geben mussten sich die Schwaben in Deutschland lediglich einem Konkurrenten. Quelle: dpa
Weltweiter Rang: 17 (Vorjahr: 24)Der Volkswagen-Konzern glänzte zuletzt bei Umsatz und Gewinn, was sich deutlich auf die Platzierung auswirkte. In beiden Fällen landeten die Wolfsburger global sogar auf Platz zehn. In Deutschland löste das Unternehmen in der Rangliste den Allianz-Konzern an der Spitze ab. In den Plätzen unmittelbar vor VW liegen in der Rangliste Wal-Mart (mit einem mehr als doppelt so hohen Umsatz aber geringerem Gewinn) und der russischen Energierise Gazprom. Andere Autohersteller lässt Volkswagen hinter sich. Toyota landet auf Platz 25, Daimler auf 37, Ford auf 44 und Honda auf 59. Quelle: Forbes Quelle: dpa

Der Technologiekonzern und weltweit größte Automobilzulieferer Bosch beliefert die EM-Stadien mit Überwachungstechnik und hat sich klammheimlich zu einem der größten Anbieter von Sicherheitstechnik gemausert.  „Wir haben wichtige Stadien mit Sicherheitstechnik und Beschallungstechnik ausgestattet“, sagt Gert van Iperen dem Handelsblatt. Der Niederländer leitet die Sparte Sicherheitssysteme. Sie ist mit 1,5 Milliarden Euro Umsatz zwar noch klein. Aber ihre Bedeutung für den 50-Milliarden-Euro-Konzern ist weit größer als die reinen Zahlen zeigen können. Der neue Konzernchef Volkmar Denner, der im Juli sein Amt antritt, wird den Konzern noch stärker als sein Vorgänger auf die Vernetzung von Produkten und Dienstleistungen ausrichten. Die Sicherheitstechnik gehört da zu den Vorreitern, weil etwa bei der Fernüberwachung von Gebäuden bereits heute verschiedene Techniken miteinander kommunizieren.

Bosch-Sicherheitstechnik ist überall

Elf Unternehmen hat Bosch in den vergangenen zehn Jahren hinzu gekauft, um sich zusätzlich Kompetenz in der Sicherheitstechnik aufzubauen. Gleichzeitig hat sich der Umsatz der Sparte verdreifacht. Organisch wachse die Sparte im Schnitt sechs Prozent pro Jahr, der Markt dagegen nur fünf Prozent, sagt van Iperen. Mit der Rendite zeigt sich der Spartenchef „zufrieden“. Heute gehört Bosch zu den weltweit wichtigsten Anbietern von Sicherheitstechnik neben Honeywell, Siemens, Tyco, UTC und Schneider. „Auf lange Sicht befindet sich Bosch in einer ausgesprochen guten Marktposition“, sagt der auf Sicherheitstechnik spezialisierte Unternehmensberater Mario Fischer.  Der Konzern rüstet unter anderem Flughäfen, Bahnhöfe und Unternehmensgebäude mit Brandmeldern, Videoüberwachung, Zutrittskontrolle, Einbruchmeldetechnik und Lautsprecheranlagen aus.

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Zuletzt hat Bosch  einen Hersteller besonders robuster Kameras gekauft, die schwer zerstörbar sind und denen extreme Umgebungsbedingungen wie Feuchtigkeit, Hitze und Kälte nichts anhaben können. Bildanalyse ist eine Kompetenz, die der Konzern auch in der Autosparte braucht, etwa bei dem Night-Vision-System, das Hindernisse auf der Straße erkennt und im Extremfall eine Notbremsung einleitet. Um die Informationen von Kameras und Sensoren auch verarbeiten zu können, besitzt Bosch eine Telefon- und IT-Infrastruktur mit 22 Standorten weltweit. Mit ihr können Gebäude fernüberwacht werden, weil die Sicherheitssysteme ihre Informationen online senden. Diese Infrastruktur kommt auch der Kooperation von Bosch und Mercedes zugute. Ab Oktober stattet Bosch die E-Klasse-Modelle mit intelligentem Notfallmeldern aus. Bei einem Unfall melden alle Fahrzeugsensoren ihre Daten an eine Bosch-Leitstelle, die automatisch versucht einen Kontakt zum Unfallauto aufzubauen. „Das wird sich wie das Antischleuderprogramm ESP durchsetzen“, ist sich van Iperen sicher. Ähnliche Systeme sind auch für Einbruchmeldung oder in der Medizin bei der Überwachung von Risikopatienten vorstellbar.

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