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Carlos Tavares PSA-Chef fordert mehr Effizienz bei Opel

Der Autohersteller Opel steht nach Ansicht von PSA-Chef Tavares vor einem groß angelegten Umbau. Viele Strukturen müssten „verschlankt“, Arbeitsabläufe effizienter gestaltet werden. PSA hatte Opel im August übernommen.

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Opel: PSA-Chef Carlos Tavares fordert harte Sparmaßnahmen Quelle: Reuters

Rüsselsheim, Paris Der Chef des französischen Autobauers PSA, Carlos Tavares, fordert von Opel harte Sparmaßnahmen. Viele Strukturen bei der im Sommer übernommenen Konzerntochter seien nicht schlank genug, sagte Tavares der Tageszeitung „Die Welt“. „Mein Eindruck ist, viele Probleme rühren daher, dass Dinge bei Opel überdimensioniert sind, dass sie zu viel Energie verbrauchen, dass Abläufe nicht effizient genug sind“, sagte er. „Wir müssen immer, überall und in allen Funktionen, viel effizienter werden.“

Zugleich sagte Tavares, PSA werde Opel „helfen, wo man könne“. Der Konzern habe die Gelder, um einen Neuanfang bei der defizitären Tochter zu ermöglichen. „Wir werden uns jeweils anschauen, welche Projekte in Rüsselsheim geplant sind, und wenn uns das überzeugt, dass man damit Geld verdienen kann, stellen wir die Mittel dafür bereit“, sagte Tavares. Es sei vereinbart, den Technologietransfer von PSA zu Opel zu verbessern, um gemeinsam Elektroautos und Plug-in-Hybride zu bauen. „Die Ergebnisse werden wir im November präsentieren“, kündigte er an.

Sparen allein sei indes kein Patentrezept für die Sanierung. „Aber man muss schon Schlüsse daraus ziehen, wenn man feststellt, dass die Produktionskosten bei Opel mindestens 50 Prozent über denen in unseren französischen Werken liegen“, sagte Tavares. Zugleich zeigte er sich optimistisch für einen Neuanfang bei Opel. „Die Autos, die ich sehe, sind richtig gut.“ Das spreche für Technik und Produktion.

Tavares hat dem neuen Opel-Chef Michael Lohscheller bei der Übernahme Anfang August eine 100-Tage-Frist für einen Plan gesetzt, um die PSA-Tochter profitabel zu machen. Die Rüsselsheimer hatten unter der Ägide von GM zuletzt 1999 schwarze Zahlen geschrieben. Bei Peugeot hat Tavares die operative Gewinnmarge im Autogeschäft im vergangenen Jahr durch Einsparungen auf sechs Prozent gehievt, ein Spitzenwert unter Massenherstellern. Bei Opel wird befürchtet, dass unter Peugeot langfristig Tausende Arbeitsplätze wegfallen werden.

Opel-Beschäftigte in den deutschen Werken sind über einen Tarifvertrag bis Ende 2018 vor Entlassungen geschützt. Eine Verlängerung der Jobgarantie darüber hinaus hatte Tavares abgelehnt.

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