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Chemie Bayer punktet gegen BASF

Für den heutigen Freitag haben sowohl Bayer als auch BASF ihre Aktionäre zur Hauptversammlung eingeladen. In Leverkusen fielen die Quartalszahlen etwas erfreulicher aus als in Ludwigshafen.

Der Vorstandsvorsitzende der Bayer AG, Marijn Dekkers Quelle: dapd


Sowohl Bayer als auch BASF konnten im ersten Quartal des Jahres 2013 ihre Geschäfte ausbauen. Verglichen mit dem Vorjahresquartal stieg der Umsatz bei Bayer um zwei Prozent auf 10,3 Milliarden; die BASF legte um fünf Prozent auf 19,7 Milliarden zu.

In puncto Gewinndynamik steht Bayer deutlich besser da. Die Leverkusener steigerten ihren Konzerngewinn um 11,5 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Die BASF musste dagegen einen Rückgang um 15 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro melden. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass bei der BASF im ersten Quartal 2012 ein hoher Sonderertrag aus dem Verkauf des Düngemittelgeschäfts anfiel.

Das Geschäft mit gepanschten Pillen
Das Geschäft mit gefälschten Medikamenten ist lukrativer als der Drogenhandel. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind mindestens 50 Prozent der im Internet vertriebenen Medikamente und etwa zehn Prozent aller weltweit verkauften Arzneimittel Fälschungen. Hier zu sehen: Tablettenproduktion in einer indischen Fälscherwerkstatt. Dieses und alle folgenden Fotos stammen aus Ermittlungsakten des Pharmakonzerns Pfizer. Quelle: Pfizer (aus Ermittlungsakten)
25 Millionen gefälschte Medikamente wurden 2010 allein in Deutschland vom Zoll beschlagnahmt. In kriminellen Werkstätten wie dieser in Kolumbien werden Pillen gepresst, die zu wenig, zu viel oder gar keinen Wirkstoff enthalten. Quelle: Pfizer (aus Ermittlungsakten)
Die Herstellungsbedingungen sind meist - wie hier in Kolumbien - abenteuerlich. Oft sind es auch die Inhaltstoffe. So fanden sich in Imitaten diverser Produkte des Pharmakonzerns Pfizer mitunter hochgiftige und lebensgefährliche Stoffe wie Straßenfarbe auf Blei-Basis, Borsäure, Bodenreiniger und das  Amphetamin Speed. Quelle: Pfizer (aus Ermittlungsakten)
Zuweilen sind die Fälscherwerkstätten auch schlichtweg eklig. Hier entsteht eine Kopie des Pfizer-Präparats Lipitor / Sortis, einem Cholesterinsenker. Die Kosten von Rückrufaktionen gefälschter Arzneimitteln müssen die betrogenen Pharmaunternehmen übrigens selbst tragen. Quelle: Pfizer (aus Ermittlungsakten)
So gut wie jedes Medikament wird kopiert. So wurden von 60 Pfizer-Produkten Fälschungen in 104 Ländern sichergestellt, darunter Mittel zur Behandlung von Krebs, HIV, hohem Cholesterin, Alzheimer, Bluthochdruck, Depressionen, rheumatischer Arthritis und Antibiotika. Hier wird in Pakistan eine Fälschung des Hustensafts Corex abgefüllt. Das Original wird in Indien, Pakistan, Bangladesch und anderen südasiatischen Märkten vertrieben. Quelle: Pfizer (aus Ermittlungsakten)
Das am häufigsten gefälschte Medikament ist das Potenzmittel Viagra, ebenfalls von Pfizer. Allein im Jahr 2008 wurden weltweit acht Millionen gefälschte kleine blaue Tabletten beschlagnahmt. Quelle: Pfizer (aus Ermittlungsakten)
Hier wurden gefälschte Viagra-Pillen in China verpackt. Quelle: Pfizer (aus Ermittlungsakten)

In beiden Unternehmen hat sich das konjunkturabhängige Chemiegeschäft eher schwach entwickelt. Bayer profitierte vor allem von der erfreulichen Entwicklung seiner Medikamenten-Sparte und den Pflanzenschutzmitteln. Bei der BASF zog ebenfalls das Pflanzenschutzgeschäft stark an, ebenso legte der Bereich Öl und Gas deutlich zu. In den Chemie-Sparten entwickelten sich die Umsätze meist rückläufig oder stagnierend. Beide Unternehmen bestätigten ihren positiven Ausblick für 2013.

In Arbeit
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Während die BASF eher eine ruhige Hauptversammlung erwartet, haben sich bei Bayer etliche kritische Aktionäre angesagt, um gegen Pestizide, Giftmüll und – aus ihrer Sicht – gefährliche Pillen zu protestieren. Insbesondere die Bayer-Verhütungspille Yasmin soll zu schweren gesundheitlichen Schäden wie Thrombosen führen. Auch Todesfälle werden mit dem Medikament in Verbindung gebracht. In den USA haben bereits mehr als 10.000 Frauen Klagen gegen Bayer eingereicht. Auf der Hauptversammlung wollen betroffene Frauen dazu das Wort ergreifen.

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