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ChemiekonzernBASF kürzt Investitionsbudget, lässt die Lieblingsprojekte des Chefs aber unangetastet

BASF bekommt die schwache konjunkturelle Lage zu spüren. Der Konzern will deshalb vier Milliarden Euro weniger investieren. Brudermüllers Lieblingsprojekte bleiben unangetastet: Beim neuen China-Standort und der grünen Transformation sind keine Einsparungen vorgesehen.Nele Antonia Höfler 31.10.2023 - 14:22 Uhr

Unterm Strich fuhr BASF einen Verlust von 249 Millionen Euro ein.

Foto: dpa

Der Chemiekonzern BASF bekommt die schleppende Nachfrage weltweit zu spüren. „Die Absatzmengen waren in allen Kundenindustrien deutlich niedriger als im Vorjahresquartal“, sagte BASF-Chef Martin Brudermüller bei der Pressekonferenz am Dienstagmorgen. Dabei gebe es nur eine Ausnahme: die Automobilbranche.

Umsatz und operatives Ergebnis gingen im dritten Quartal deutlich zurück. Unterm Strich fuhr die BASF auch wegen Belastungen durch seine Beteiligung an dem Öl- und Gaskonzern Wintershall Dea einen Verlust von 249 Millionen Euro ein. Mit Blick auf das Gesamtjahr geht BASF davon aus, dass der operative Gewinn das untere Ende der bisher prognostizierten Bandbreite erreichen wird. Der Konzern hat einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen zwischen vier und 4,4 Milliarden Euro prognostiziert.

Eine erneute Gewinnwarnung von BASF für 2023, die an der Börse zwischenzeitlich befürchtet worden war, blieb am Dienstag vorerst aus. Der Ausblick auf das Gesamtjahr bleibt jedoch unsicher: „Sollte sich die Chemieproduktion nicht weiter stabilisieren, bestehen Risiken durch einen weiteren Mengenrückgang und einen stärker als erwarteten Preisverfall“, warnt der Konzernchef. Auch der Start in das Jahr 2024 könnte laut Brudermüller schwierig werden.

Die Chemieindustrie befindet sich in einer tiefen Krise und leidet unter schwacher Nachfrage. BASF hatte bereits Anfang des Jahres wegen verschlechterter Geschäfte und erschwerter Rahmenbedingungen in Europa ein Sparprogramm aufgelegt, inklusive Stellenabbau.

Wegen des unsicheren Umfelds will BASF nun auch sein Investitionsbudget senken. Bis 2027 sollen nur noch 24,8 Milliarden Euro investiert werden - rund vier Milliarden Euro weniger als bislang geplant. In einer Telefonkonferenz am Dienstag erklärte Vorstandschef Martin Brudermüller: „Wir legen jedes Projekt auf die Goldwaage.“ Investitionen würden nicht einfach verschoben. „Wir reduzieren die Zahl der Projekte und ergreifen alternative Maßnahmen, die geringere Sachmittel erfordern.“

Investitionsvolumen in China soll nicht überschritten werden

Die beiden Lieblingsprojekte des Konzernchefs sollen jedoch unangetastet bleiben: Keine Abstriche will BASF bei der grünen Transformation des Konzerns  machen. Auch am Bau des neuen Verbundstandorts in China hält Brudermüller in vollem Umfang fest. Das angepeilte Investitionsvolumen von zehn Milliarden Euro werde dabei nicht überschritten, informierte der CEO.

Trotz des herausfordernden Geschäftumfelds will die BASF offenbar an ihrer strikten Dividendenpolitik festhalten. BASF gilt als der Konzern mit den meisten privaten Kleinanlegern. Für sie ist die Dividende von entscheidender Bedeutung. Die Ausschüttung soll deshalb jedes Jahr erhöht oder mindestens konstant gehalten werden. Für das Geschäftsjahr 2022 schüttete der Konzern mit 3,40 Euro pro Aktie so viel aus wie im Jahr zuvor. Allein um die Dividende zu decken, braucht der Konzern somit über drei Milliarden Euro pro Jahr.

Katalysatoren stehen nicht zum Verkauf

Trennen will sich BASF von seiner Problemtochter Wintershall. Das Management arbeitet derzeit intensiv an der Veräußerung des Öl- und Gaskonzerns. Lange hatte BASF einen Börsengang geplant, inzwischen liegt der Verkauf der Beteiligung näher. Berichte, wonach BASF auch die Katalysatorensparte sowie das Geschäft mit Lacken und Beschichtungen (Coatings) verkaufen will, wies Brudermüller am Dienstag zurück. Die Ausgliederung des Geschäfts ermögliche zwar grundsätzlich strategische Optionen für die Zukunft, „wir haben aktuell aber keine Absichten, dieses Geschäft zu verkaufen.“ Das gelte auch für den Bereich Coatings, mit dem er Vorstand derzeit „ganz besonders zufrieden“ sei.

Im kommenden Mai zur Hauptversammlung endet die Amtszeit von BASF-Chef Martin Brudermüller. Als Favorit für seine Nachfolge gilt Vorstandsmitglied Markus Kamieth. Er verantwortet derzeit das Asiengeschäft und bringt somit Expertise mit, die für BASF in den kommenden Jahren von unvergleichbarer Bedeutung ist. Aber auch seine Vorstandskollegin Melanie Maas-Brunner hat Chancen auf den Posten. Die promovierte Chemikerin verantwortet den Umbau des Werks in Ludwigshafen.


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