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Chemiekonzern Bayer hält operatives Ergebnis stabil – aber Zahl der Glyphosat-Klagen steigt

Der bereinigte Betriebsgewinn der Leverkusener hat im dritten Quartal nur Vorjahresniveau erreicht. Schuld sind negative Währungseffekte.

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Bayer: Währungseffekte belasten Chemiekonzern im dritten Quartal Quelle: dpa

Frankfurt Negative Währungseffekte haben Bayer im dritten Quartal gebremst. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) lag mit 2,2 Milliarden Euro nur auf Vorjahresniveau, wie das Leverkusener Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Analysten hatten allerdings mit einem Rückgang auf 2,05 Milliarden gerechnet. Negative Währungseffekte belasteten allein das Geschäft mit rund 160 Millionen Euro. Dagegen seien die Beiträge durch den im Sommer übernommenen US-Saatgutriesen Monsanto höher ausgefallen als erwartet, erklärte Bayer.

Die Zahl der Klagen gegen die Bayer-Tochter wegen des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat hat sich weiter erhöht. Bis zum 30. Oktober seien in den USA Klagen von etwa 9300 Klägern zugestellt worden, zuletzt lag die Zahl bei 8700. Es sei mit weiteren Glyphosat-Klagen zu rechnen. „Wir sind unverändert davon überzeugt, gute Argumente zu haben, und wir beabsichtigen, uns in all diesen Verfahren entschieden zur Wehr zu setzen“, sagte Bayer-Chef Werner Baumann.

Zuletzt hatte Bayer eine Schlappe im Glyphosat-Prozess erlitten. Ein US-Gericht hatte überraschend das Urteil gegen den Herbizid-Hersteller bestätigt, wonach Monsanto-Mittel wie Roundup verantwortlich für den Krebs des Klägers seien, die Strafsumme aber deutlich reduziert.

Bayers Umsatz stieg um gut 23 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro, währungs- und portfoliobereinigt stand allerdings nur ein Plus von 1,9 Prozent zu Buche. Unter dem Strich verdiente Bayer 2,8 Milliarden Euro, ein Rückgang von gut einem Viertel binnen Jahresfrist.

Für das Gesamtjahr rechnet Baumann unverändert mit einem Umsatz von mehr als 39 Milliarden Euro, das bereinigte Ergebnis soll im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen.

Allerdings seien die Ziele für das Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten Consumer Health sowie für das mit Tierarzneien inzwischen „zunehmend ambitioniert“, warnte Baumann. Im Tiergesundheitsgeschäft brach das bereinigte Ergebnis im dritten Quartal um fast 46 Prozent ein, was vor allem an einem rückläufigen Floh-, Zecken- und Entwurmungsmittelgeschäft in Nordamerika lag.

Im Bereich Consumer Health lasteten negative Währungseffekte auf dem Ergebnis. Dagegen schnitt Bayer mit einem Ergebnisanstieg von rund vier Prozent im Pharmageschäft mit rezeptpflichtigen Arzneien deutlich besser ab als von Analysten erwartet – diese hatten eigentlich mit einem Rückgang in der Sparte gerechnet.

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