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Chemiekonzern Das Erfolgsrezept von Bayer-Boss Dekkers

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Zahlreiche Kürzungen

Expansion nach China, Abbau am Rhein: Bayer-Niederlassung in Shanghai Quelle: Frank Beer für WirtschaftsWoche

Auch beim Schönen und Glamourösen setzte Dekkers den Rotstift an. In Leverkusen beendete er das ehrgeizige, aber technisch aufwendige Projekt seines Vorgängers, aus dem altehrwürdigen Bayer-Hochhaus eine weithin sichtbare multimediale Werbetafel zu machen. Ebenso kürzte Dekkers, der es im Fußball mit dem holländischen Ehrendivisionär PSV Eindhoven und natürlich mit Bayer 04 Leverkusen hält, vielen Bayer-Vereinen die Mittel. So muss der Bayer-Reitverein Leverkusen, der bislang vom Konzern mit jährlich 290.000 Euro unterstützt wurde, künftig zusehen, wie er von 2014 an ohne Bayer über die Runden kommt.

Ein gutes Gespür für kleine Gesten

Dass Dekkers trotzdem nicht als herzloser Kapitalist dasteht, verdankt er seinem Gespür für kleine Gesten im richtigen Moment. Beim Tag der offenen Tür im September stattete er selbst dem Bayer-Briefmarkenclub in Leverkusen einen Besuch ab. Als die Sammler ihm erzählen, ihr Verein sei 1957 gegründet worden, sagt er „ein sehr gutes Jahr“ – um nach zwei Sekunden zu ergänzen: „mein Geburtsjahr“.

Es sind solche symbolischen Akte, mit denen der Bayer-Chef aufs Gemüt der Leverkusener Stammbelegschaft zielt – während er das eigentliche, große Geschäft ganz woanders sieht.

Fujitsu streicht 400 Jobs
Fujitsu Der japanische Elektronikkonzern Fujitsu will einem Zeitungsbericht zufolge in Deutschland 400 bis 500 Arbeitsplätze abbauen. Eine endgültige Entscheidung solle nach Verhandlungen mit den Beschäftigten fallen, berichtete die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei". Insgesamt beschäftigt der Konzern hierzulande 12.000 Menschen. Die Stellenstreichungen beträfen hauptsächlich Entwicklung und Informationstechnik. Bereits am Dienstag hatte der Konzern bekanntgegeben, in Großbritannien 1800 Jobs zu streichen. Das entspricht 18 Prozent der Belegschaft dort. Insidern zufolge könnte sich Fujitsu künftig auf IT-Dienstleistungen konzentrieren. Mit dem weltgrößten Computer-Hersteller Lenovo verhandelt das Unternehmen offenbar über einen Verkauf des PC-Geschäfts von Fujitsu. Quelle: REUTERS
Lufthansa Technik Quelle: dpa
DAK Gesundheit Quelle: dpa
EnBWDer Energieversorger baut weiter Stellen ab: Die Energie Baden-Württemberg werde sich aus dem Strom- und Gasvertrieb an Großkunden der Industrie zurückziehen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Davon seien 400 Beschäftigte betroffen, denen ein Aufhebungsvertrag oder ein alternativer Arbeitsplatz im Konzern angeboten werde. Auch im Privatkundengeschäft, der Energieerzeugung und der Verwaltung steht demnach Stellenabbau bevor, der noch nicht beziffert wurde. In den vergangenen zwei Jahren waren bereits rund 1650 Stellen weggefallen. Quelle: dpa
Intel Quelle: REUTERS
Nokia Quelle: dpa
Der IT-Konzern IBM plant in Deutschland offenbar einen massiven Stellenabbau Quelle: dpa

Verstärkte Expansion in Asien

Es ist Mitte November 2011. Der Vorstandsvorsitzende ist nach China gereist, um bei Shanghai eine neue Bayer-Anlage zur Herstellung von TDI, einem Vorprodukt für Weichschäume, einzuweihen. „Das ist die größte Investition außerhalb Deutschlands“, sagt Dekkers vor den chinesischen Ehrengästen im Festzelt. 2,1 Milliarden Euro hat Bayer schon am Standort investiert, eine Milliarde soll in den nächsten Jahren dazukommen. Später lädt Dekkers die chinesischen Kader noch zu einer Rundfahrt über das Werksgelände ein.

Schneller und stärker als sein Vorgänger Wenning treibt Dekkers die Expansion in Asien voran. Bis 2015 will er den Bayer-Umsatz auf dem Wachstums-Kontinent um 60 Prozent auf etwa elf Milliarden Euro steigern und 1,8 Milliarden Euro investieren. Während er in Deutschland Personal abbaut, stellt er in Asien ein – in den nächsten vier Jahren soll sich die Mitarbeiterzahl in Fernost von derzeit 23.700 auf 30.000 erhöhen. Dekkers will auch mehr Manager aus der Region in Führungspositionen bringen. Insbesondere in China (inklusive Hongkong und Taiwan) möchte der Bayer-Chef zulegen. Bis 2015 will er den Umsatz im Reich der Mitte von 2,9 auf 6,0 Milliarden Euro mehr als verdoppeln.

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