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Chinesischer E-Autobauer Nio „Wir wollen ein besseres Produkt als Tesla zu einem niedrigeren Preis machen“

Bislang zählt Nio vor allem Premiumhersteller wie BMW oder Audi zu seinen Rivalen. Quelle: Reuters

Nio will sich künftig stärker auf das Massengeschäft fokussieren und Hersteller wie VW und Toyota herausfordern. VW dient aber auch als Vorbild.

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Der chinesische Premium-Elektroautobauer Nio will den Massen-Herstellern Volkswagen und Toyota Konkurrenz machen. Nio-Chef William Li sagte, sein Unternehmen bereite sich darauf vor und habe als ersten Schritt einer „strategischen Initiative“ ein Team zusammengestellt. Als Vorbild sieht er unter anderem den VW-Konzern: „Die Beziehung zwischen Nio und unser neuen Massen-Marke wird ähnlich der zwischen Audi und Volkswagen beziehungsweise Lexus und Toyota sein.“

Bislang zählt Nio vor allem Premiumhersteller wie BMW oder Audi zu seinen Rivalen. Die Autos werden überwiegend zu Preisen von umgerechnet mehr als rund 40.000 Euro auf den Markt gebracht. „Wir wollen ein besseres Produkt als Tesla zu einem niedrigeren Preis machen“, sagte Li.

Derzeit hat Nio drei SUV-Modelle im Angebot, drei weitere Fahrzeuge sollen im kommenden Jahr auf den Markt kommen. Im zweiten Quartal lieferte das Unternehmen mit 21.879 Autos mehr als doppelt so viele aus wie im Vorjahr. Der Verlust verringerte sich um 45,4 Prozent auf 659,3 Millionen Yuan (rund 87 Millionen Euro). In Europa hat Nio den Verkauf seiner Elektroautos im Mai in Norwegen begonnen; das luxuriöse SUV ES8 soll dort ab September ausgeliefert werden. Im kommenden Jahr soll die Limousine ET7 folgen – und die technische Überlegenheit des Unternehmens demonstrieren: mit einer Feststoffbatterie, die Reichweiten von 1000 Kilometern mit nur einer Ladung ermöglicht. Reichweiten, von denen andere Autobauer nur träumen, aber es muss sich erst noch herausstellen, ob Nio die Versprechen auch halten kann.



Das Unternehmen wurde 2014 gegründet. Zu den wichtigsten Investoren gehörten zuletzt neben Gründer William Li auch das Internetunternehmen Tencent und die auf innovative Unternehmen spezialisierte britische Anlagegesellschaft Baillie Gifford.

Der Autobauer präsentiert seine Fahrzeuge in China über sogenannte Nio Houses, in denen es neben Wohnzimmer, Küche und Bibliothek auch Spielflächen für Kinder gibt. Das erste House außerhalb Chinas entsteht derzeit in Oslo, Nio will es im September auf 2000 Quadratmetern im Zentrum der Hauptstadt Norwegens eröffnen. Der Verkauf läuft nicht immer über professionelles Personal, sondern teilweise über „User“ (Nutzer/Kunden): Markenfans begeistern Interessenten. Auch in Oslo, heißt es bei Nio, dürften bereits überzeugte Markenbotschafter neue Interessenten und Besucher empfangen.

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Die Devise vieler chinesischer Autobauer lautet schon seit Längerem: Europa erobern, jetzt oder nie mit leistungsfähigen Elektroautos zum Schnäppchenpreis – gebaut von den Weltmeistern der Batterietechnik, günstig vertrieben über das Internet oder Elektronikhändler. Das Versprechen der Chinesen: Wir können Elektronik, gut und günstig, können Fernseher, Smartphones, Autos; wir brauchen keine Showrooms, keine Autohäuser, um zu überzeugen. Wir sind längst angekommen im E-Zeitalter, in das eure Hersteller gerade erst aufbrechen.

Mehr zum Thema: Chinesen kaufen gern deutsche Autos – und umgekehrt? Das wird sich bald zeigen. Denn zahlreiche chinesische Autobauer greifen mit Elektromodellen in Europa an. Sie kommen mit viel Kapital, frischen Vertriebsideen – und vor allem als unschlagbar günstige Technologieführer.

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