Chipindustrie Bitte klare Kante, Herr Habeck!

Ein Siltronic-Mitarbeiter bei der Herstellung von Siliziumscheiben. Quelle: dpa/dpaweb

Dass der Wirtschaftsminister den Siltronic-Verkauf nach Taiwan stoppt, ist nachvollziehbar. Dass er sich aber vor einer Begründung drückt, ist fatal. Ein Kommentar.

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Man kann nicht nicht kommunizieren. Das hat das von Robert Habeck (Grüne) geführte Bundeswirtschaftsministerium diese Woche vollauf bestätigt. Anfang der Woche hatte es die Übernahme des deutschen Chipunternehmens Siltronic durch Global Wafers aus Taiwan untersagt. Eine inhaltliche Begründung für die Ablehnung lieferte Habeck aber nicht mit. Man habe, so das einzige Argument, als Ministerium schlicht zu wenig Zeit für die Prüfung gehabt.

Dabei hätte es dringend einer klaren Begründung gebraucht. So bleibt die Nichtkommunikation des Ministeriums ein fatales Statement für den Standort Deutschland. So nachvollziehbar es ist, dass Deutschland seine Chipindustrie vor dem Ausverkauf schützen will, so unklar ist seit der Siltronic-Episode, worauf die Industrie sich nun einstellen soll.

Ist Habecks Ablehnung der Beginn einer konsequenten und fokussierten Stärkung der europäischen Chipindustrie? Oder ist es der Beginn einer umfassenden Abschottung, die den gesamten Hightechbereich umfassen könnte? Wenn Berlin keine Antworten findet, wird die Industrie sich selbst welche geben. Und die führen dann eben in Länder, wo ein klarerer politischer Rahmen für Investitionen besteht als in Deutschland.

Mehr zum Thema: Das deutsche Wirtschaftsministerium untersagt die Übernahme von Siltronic durch Global Wafers. Nun sollte auch Brüssel in der Chipbranche aktiv werden.

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