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Clemens Tönnies Von der Schlachtbank zum Fanblock

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Schalke-Fans jubeln über den Sieg ihres Vereins Quelle: dpa

Was haben Sie daraufhin gemacht?

Wir saßen bei mir zu Hause im Wohnzimmer, und ich habe ihm gesagt: Da du ja offenbar so schlecht über Schalke denkst – was gibst du uns für einen Discount auf deine Forderung?

...der FC Schalke stand zu dem Zeitpunkt wegen der Anleihe noch immer mit 65 Millionen Euro bei Schechter in der Kreide...

Am Ende haben wir es so gemacht, wie ich es vorgeschlagen hatte. Schechter war Vergangenheit. Dann haben wir angefangen, die Finanzierung umzustrukturieren, zu vernünftigen Zinsen, nicht wie vorher acht Prozent, sondern zu marktüblichen, wie sich das gehört.

Offiziell hieß es damals, eine nicht genannte Bank habe das Geld bereitgestellt. Warum haben Sie bis heute geheim gehalten, dass Sie persönlich Schechter ausbezahlt hatten?

Wir machen Fleisch und keinen Fußball. Ich will jeden Verdacht vermeiden, irgendetwas außerhalb meiner Verantwortung als Aufsichtsratschef beeinflussen zu wollen. Wir haben das auch alles sauber abgewickelt. Das war mir wichtig, denn Schalke gehört zu meinem Leben: erst die Familie, dann die Firma, dann direkt Schalke.

Was hat Ihre Stütze Schalke gebracht?

Wir haben den Schuldenstand um mehr als 35 Millionen Euro reduziert und liegen heute einen schönen Tacken unter 200 Millionen Euro, bei einem deutlich gestiegenen Umsatz von rund 180 Millionen Euro. Der Verein bedient alle seine Verpflichtungen korrekt und pünktlich. Mein Ziel ist es, mit der letzten Rate für den Stadionkredit, der 2017 fällig wird, den Laden top aufgestellt zu haben.

Schalke hat Fans in der ganzen Republik. Warum machen Sie nicht mehr daraus?

Wir haben 105 000 Mitglieder und bundesweit 6,5 Millionen Fans und Sympathisanten. Das sind sogar mehr als bei den Bayern. Unsere Fans sind etwas ganz Besonderes. Denn Bayern-Anhänger sein, das ist leicht, immer jubeln und auf der Gewinnerseite stehen. Schalker dagegen wird man nur, wenn man jubeln und leiden kann. (lacht)

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