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Corona EU-Behörde EMA gibt grünes Licht für Novavax-Impfstoff

Das Covid-Vakzin von Novavax Quelle: REUTERS

Der Corona-Impfstoff von Novavax gilt als Hoffnungsträger und soll auch bisherige Impfskeptiker überzeugen. Lange hatte sich die Zulassung des Vakzins aber verzögert. Jetzt hat die EMA eine Entscheidung gefällt.

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In der Europäischen Union kommt ein fünfter Covid-19-Impfstoff auf den Markt. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA gab grünes Licht für das Vakzin des US-Biotechunternehmens Novavax. Der zuständige EMA-Ausschuss empfahl am Montag eine bedingte Zulassung. Die finale Entscheidung muss noch die Europäische Kommission fällen, sie gilt aber als Formsache. Die Staatengemeinschaft hat sich bei Novavax bis zu 200 Millionen Dosen gesichert. Mit der Auslieferung will das Unternehmen im Januar starten.

Der Novavax-Impfstoff Nuvaxovid besteht laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) aus virusähnlichen Partikeln, die das Spike-Protein des Coronavirus enthalten. Die Proteine werden vom Körper als fremd erkannt, das Immunsystem wird hochgefahren und spezifische Antikörper und T-Zellen werden gebildet. Das Serum wird in zwei Dosen gespritzt im Abstand von etwa drei Wochen. Die Technik ist – anders als mRNA – lange bekannt und erprobt. In den USA ist sie seit 1986 im Einsatz. Das soll Vorbehalte eines Teils der Bevölkerung gegen eine Impfung abbauen, die darauf beruhen, dass die Vakzine neuartig sind.

Oft wird das Vakzin von Novavax als Totimpfstoff bezeichnet. Das sind Impfstoffe, die abgetötete, also nicht mehr vermehrungsfähige Krankheitserreger enthalten. Manche Impfskeptiker halten diesen Ansatz für „natürlicher“ als beispielsweise den von mRNA-Impfstoffen. Der Begriff wird allerdings nicht einheitlich verwendet. Im engeren Sinne ist Nuvaxovid kein Totimpfstoff, weil der entscheidende Bestandteil nicht einem echten Virus entnommen wurde, sondern ein gentechnisch hergestelltes Virus-Protein ist. Per strenger Auslegung der Definition müsste in einem Totimpfstoff eigentlich zumindest ein Teil des echten Virus sein.

In einer Zulassungsstudie von Novavax lag die Wirksamkeit bei 90 Prozent. Allerdings beziehen sich die Studienwerte auf die ursprüngliche Alpha-Variante und nicht auf Delta oder Omikron. Novavax‘ Vakzin hat aber den Vorteil, dass es sich leichter lagern und transportieren lässt. Ein normaler Kühlschrank reicht.

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    Aufgrund von sich verzögernden Studien und einer stockenden Impfstoffherstellung in der Vergangenheit steht eine Freigabe in vielen Ländern allerdings noch immer aus. Bereits im September 2020 hatte Novavax angekündigt optimistisch zu sein 2021 mehr als zwei Milliarden Impfdosen ausliefern zu können. Doch dann kamen die Probleme. Das Unternehmen aus Gaithersburg, Maryland, brauchte Monate, um die Schwierigkeiten zu bewältigen. Abgesehen von der EU haben deshalb bisher mit Indonesien und den Philippinen lediglich zwei Länder das Vakzin des Unternehmens zugelassen. Allerdings laufen derzeit Genehmigungsverfahren in mehreren Ländern, darunter auch die EU, Großbritannien, Kanada und Indien.

    Zuletzt kündigte Novavax eine Kooperation mit dem Serum Institute of India an, dem weltgrößten Hersteller von Impfstoffen. Man sei in einer hervorragenden Position, um 2022 mehr als zwei Milliarden Impfdosen herzustellen. Das Unternehmen teilte zudem mit, es bereite eine speziell auf die Omikron-Variante des Coronavirus abgestimmte Version seines Impfstoffs vor. Die Produktion könnte bereits im Januar beginnen.

    Mehr zum Thema: Die Novavax-Aktie legt wegen der Zulassung in Europa ordentlich zu. Können Anleger profitieren, oder ist das Papier überkauft? Eine Analyse.

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