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Covid-19 Corona-Medikamente: Wer macht das Rennen?

Regkirona, Ronapreve, Molnupiravir, Paxlovid: Welches Corona-Medikament macht das Rennen? Quelle: Getty Images

Nach den Impfstoffen kommen nun die Medikamente. Derzeit drängen Präparate auf den Markt, die Corona-Infizierte vor schweren Verläufen schützen sollen. Die Medikamente der US-Hersteller Pfizer sowie Merck & Co. haben einen entscheidenden Vorteil.

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Immer mehr Hersteller entwickeln Präparate, die vor schweren Corona-Verläufen schützen sollen. Die Medikamente des Schweizer Roche-Konzerns sowie des südkoreanischen Unternehmens Celltrion sind seit wenigen Tagen in Europa zugelassen. Die neuen Therapien ersetzen auch keinen Impfstoff. Am besten ist es schließlich immer noch, überhaupt nicht an Corona zu erkranken. Die einzelnen Vor- und Nachteile der Medikamente lassen sich schon ausmachen. Ein Überblick:

Paxlovid

Das Mittel des US-Konzerns Pfizer senkt das Risiko von Krankenhauseinweisungen und Todesfällen um 89 Prozent. Dies ergab zumindest eine Zwischenanalyse von Studienergebnissen. Weitere endgültige Daten fehlen noch. Bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA soll zeitnah das Zulassungsverfahren beginnen. Das Bundesgesundheitsministerium plant bereits die Beschaffung des Medikaments für Deutschland. Der Vorteil von Paxlovid liegt darin, dass es als Tablette problemlos eingenommen werden kann – andere Mittel wie etwa Ronapreve von Roche und Regkiron des südkoreanischen Herstellers Celltrion müssen als Antikörper intravenös zugeführt werden. Paxlovid wird zusammen mit einem älteren antiviralen Mittel namens Ritonavir eingenommen. Das Wirkprinzip: Paxlovid blockiert ein Enzym, welches das Coronavirus zu seiner Vermehrung benötigt. Pfizer-CEO Albert Bourla preist das Mittel selbstbewusst als „echten Game-Changer“. Die Zulassung in den USA will Pfizer bald beantragen. Sollte der Coup gelingen, wäre Pfizer der erste Konzern, der sowohl mit einem Impfstoff (zusammen mit Biontech) als auch mit einer Tablette gegen Corona punkten kann. (Mehr über den Pfizer-Pillen-Coup erfahren Sie hier in einer ausführlichen Analyse.)

Molnupiravir

Wie Paxlovid wird auch das Medikament des US-Konzerns Merck & Co. als Tablette eingenommen. Die Pille halbiert das Risiko einer Krankenhauseinweisung oder eines tödlichen Verlaufs der Corona-Infektion. Damit liegt Molnupiravir unter den bisherigen Wirksamkeitsdaten des Pfizer-Präparats Paxlovid (89 Prozent). Wie Paxlovid soll es auch in den ersten drei bis fünf Tagen nach Auftreten der Symptome eingenommen werden. Das Wirkprinzip ist aber anders: Molnupiravir schleust bei der Virus-Reproduktion Fehler in den Gencode ein. In Großbritannien ist Molnupiravir bereits zugelassen. Die europäische Arzneibehörde EMA und die amerikanische Aufsicht FDA prüfen einen Einsatz.

Ronapreve

Das Antikörper-Medikament des Schweizer Pharmakonzerns Roche und seines US-Partners Regeneron soll infizierten Patienten (ab 12 Jahre)  helfen, die ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Das Mittel, das intravenös verabreicht wird, muss im frühen Stadium der Erkrankung eingesetzt werden. In einer Studie mit über 1000 Probanden wurden weniger als ein Prozent der mit Ronapreve behandelten Patienten stationär aufgenommen – in der Vergleichsgruppe, die ein Placebo erhielt, waren es über drei Prozent. Ronapreve kann auch zur Prävention von Familienmitgliedern eingesetzt werden, die mit einer infizierten Person in einem Haushalt leben. Das Mittel ist seit wenigen Tagen in Europa zugelassen, in Deutschland wurde es zuvor schon in speziellen Fällen verabreicht. Auch in Australien, Großbritannien, Brasilien, Kanada, Japan und den USA ist Ronapreve auf dem Markt. Im Oktober 2020 wurde der damalige US-Präsident Donald Trump erfolgreich mit dem Antikörper-Cocktail behandelt. 

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    Regkirona

    Wie bei Ronapreve handelt es sich bei Regkirona vom südkoreanischen Hersteller Celltrion  um einen Antikörper, der intravenös verabreicht wird. Es soll ebenso in der Frühphase der Erkrankung eingesetzt werden – bei Erwachsenen, die noch keinen Sauerstoff benötigen und deren Infektion milde verläuft. Laut einer Studie mit knapp 900 Probanden mussten drei Prozent der mit Regkirona behandelten Patienten in eine Klinik eingewiesen werden – in der Vergleichsgruppe waren es elf Prozent. Anders als Ronapreve ist Regkirona nicht zur Prävention von Familienmitgliedern zugelassen. Die europäische Arzneibehörde EMA hat das Mittel vor wenigen Tagen zugelassen.

    Mehr zum Thema: Zunehmend erkranken auch Geimpfte am Coronavirus. Dabei ist das Risiko eines Impfdurchbruchs immer noch gering. Doch bei einem Impfstoff gibt es auffällig viele Durchbrüche.

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