Deutz Motorenbauer gibt Gewinnwarnung aus

Deutz hat mit schleppenden Geschäften zu kämpfen. Nachdem der Motorenbauer eine Gewinnwarnung ausgab, rutschte die Deutz-Aktie in den Keller.

Ein Mitarbeiter der Deutz AG schraubt im Werk Eil in Köln an einem Motor. Deutz legt seine Geschäftszahlen vor. Quelle: dpa

Der Motorenbauer Deutz steckt wegen schleppender Geschäfte in Schwierigkeiten. Die Kölner kündigten an, dass sie weder beim Umsatz noch beim Gewinn ihre Prognose für das laufende Jahr erreichen werden. Wegen eines sehr verhaltenen Geschäfts im laufenden Quartal und der dürftigen Auftragslage rechnet das Management jetzt mit einem Umsatzrückgang von rund einem Fünftel.

2014 lagen die Erlöse bei 1,53 Milliarden Euro. Bislang hatte sich Deutz auf einen Rückgang in Höhe von rund zehn Prozent eingestellt. Die Prognose für das kommende Jahr wurde ebenfalls kassiert. Die Aktie rutschte nach Börsenbeginn um mehr als 26 Prozent in den Keller.

Die größten Automobilzulieferer
Continental will weiter wachsenTrotz negativer Währungskurseinflüsse und weiter schwacher Konjunktur in Südeuropa hat Continental 2013 deutlich zugelegt. Die Hannoveraner erhöhten ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht auf rund 33,3 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg auf 3,7 Milliarden Euro - es handelt sich noch um vorläufige Eckdaten. Die vollständigen Zahlen und den Nettogewinn will Conti bei der Bilanzvorlage am 6. März nennen. Vorstandschef Elmar Degenhart sagte am Rande der Automesse in Detroit, er erwarte 2014 ein Umsatzplus von mehr als 5 Prozent auf 35 Milliarden Euro. Die deutschen Automobilzulieferer sind im internationalen Vergleich top - doch in puncto Profitabilität läuft ihnen die Konkurrenz aus Korea bereits den Rang ab. Der Zulieferer... Quelle: dpa
... Schaeffler ist dank guter Geschäfte mit seiner Autosparte allerdings ganz ordentlich in das neue Jahr gestartet. Der Bereich sei im Vergleich zu 2012 um drei Prozent gewachsen - der Umsatz der Industriesparte sei dagegen deutlich zurückgegangen. Unter dem Strich habe das fränkische Unternehmen bis Ende März einen Gewinn von 233 Millionen Euro erzielt. Damit ist Schaeffler der profitabelste Automobilzulieferer. Das Ranking der größten Unternehmen der Branche teilen sich jedoch andere. Da noch nicht alle Unternehmen ihre Zahlen für 2013 vorgelegt haben, beziehen sich die Daten in den folgenden Texten auf 2012. Quelle: dpa
Platz 10 - FaureciaDer französische Automobilzulieferer eröffnet die Top Ten der größten Automobilzulieferer der Welt. Die Franzosen fertigen Abgasanlagen, Stoßfänger und Innenräume. (Vorjahr: Platz 11) Umsatz 2012: 17,4 Milliarden EuroMarge: 0,5 Milliarden Euro, das entspricht 3,0% vom Umsatz Quelle: Berylls Strategy Advisors "Global Top Automotive Suppliers" Studie 2012 Beachtung finden Unternehmen, die mindestens 50 Prozent des Umsatzes im Automotive-Bereich erwirtschaften. Dieser Umsatzteil wird auch im Ranking herangezogen. Quelle: Presse
Platz 9 - Johnson ControlsObwohl der nordamerikanische Automarkt 2012 enorm gewachsen ist, konnte der US-Hersteller seine Position vom Vorjahr nicht halten. Die Amerikaner stellen an 1300 Standorten weltweit Elektronik, Batterien, Türen, Innenräume und Sitze her. (Vorjahr: Platz 8) Umsatz 2012: 20,6 Milliarden EuroMarge:1,2 Milliarden Euro; das entspricht 5,6% vom Umsatz Quelle: Presse
Platz 8 - MichelinDer französische Hersteller produziert jährlich über 180 Millionen Reifen und ist mit 69 Produktionsstandorten in 18 Ländern der Welt vertreten. Für Michelin arbeiten mehr als 113.000 Menschen. (Vorjahr: Platz 7) Umsatz 2012 : 21,5 Milliarden EuroMarge: 2,4 Milliarden Euro; 11,3% vom Umsatz Quelle: dpa/dpaweb
Platz 7 - Hyundai MobisDas Wachstum des koreanischen Zulieferers ist eng mit den Zuwächsen beim Autobauer Hyundai Kia verbunden. Mobis hat aber auch durch die Übernahmen von Daewoo Motors durch GM und Samsung Motors durch Renault-Nissan Zugang zu den zwei größten OEMs der Welt erhalten. 65 Prozent des Geschäfts von Hyundai Mobis werden heute außerhalb des koreanischen Heimatmarktes getätigt. (Vorjahr: Platz 10) Umsatz 2012: 21,8 Milliarden EuroMarge: 2,1 Milliarden Euro; das entspricht 9,4% vom Umsatz Quelle: Presse
Platz 6 - AisinPumpen, Motorteile, Federung und Sicherheitssysteme sind das Geschäft des japanischen Autozulieferers Aisin Seiki. 2011 knackte der Konzern erstmals beim Umsatz die 20-Milliarden-Euro-Marke und hält sie seither souverän. (Vorjahr: Platz 6) Umsatz 2012: 22,5 Milliarden EuroMarge: 1,5 Milliarden Euro; das entspricht 6,7% vom Umsatz Quelle: Presse

Ausgelöst hatte die Misere eine neue Abgasverordnung der Europäischen Union - deshalb hatten viele Kunden ihre Bestellungen im vergangenen Jahr vorgezogen. Nun säßen mehrere europäische Unternehmen auf Lagerbeständen, die langsamer als erwartet abgebaut würden, hieß es.

Auch beim Ergebnis machen sich die trüberen Aussichten bemerkbar. Für 2015 kalkuliert Deutz nur noch mit einer Null beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit). Nun prüft das Unternehmen, ob „weitere Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung“ ergriffen werden müssen. Welche Maßnahmen das sein könnten, ist nach Angaben des Sprechers noch nicht klar.

Aktuell ist der Konzern dabei, den Standort Köln-Deutz bis Ende 2016 zu räumen, zudem werden am Standort Ulm Produktionskapazitäten zusammengelegt. In China verkauft das Unternehmen momentan Anteile an einem Gemeinschaftsunternehmen, um sich auf die geringere Nachfrage im Markt einzustellen.

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