1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Industrie
  4. Aktien: Novo Nordisk steigt, Fresenius fällt – was dahintersteckt

Diabetesmittel OzempicNovo-Nordisk-Aktie steigt, Fresenius fällt – was dahintersteckt

Das Diabetesmittel Ozempic soll auch Nierenkranken helfen, zeigt eine Studie. Warum das den Aktienkurs von Fresenius zum Absturz brachte – und welche wichtige Entscheidung des deutschen Pharmakonzerns es womöglich befördert hat.Jürgen Salz 11.10.2023 - 18:18 Uhr

Dialyse-Markt im Wandel: Das Diabetesmittel Ozempic hilft womöglich auch bei Nierenversagen.

Foto: WirtschaftsWoche

Kaum war die Studie draußen, reagierte die Börse. Nachdem der dänische Konzern Novo Nordisk publizierte, dass sein Diabetesmittel Ozempic Nierenkranken hilft, stürzten die Aktien der Dialyse-Anbieter ab: Fresenius Medical Care (FMC) verlor zeitweise 24 Prozent. In dessen Sog auch der Dax-Konzern Fresenius, der mit 32 Prozent an FMC beteiligt ist. FMC ist der größte Anbieter auf dem 50 Milliarden Dollar schweren Markt für Dialysegeräte. Auch das US-Unternehmen DaVita, das ebenfalls auf Dialyse spezialisiert ist, wurde abgestraft. Wenn es künftig ein gutes Medikament für Nierenkranke gibt, braucht es womöglich bald weniger Dialysebehandlungen, schlussfolgerten etliche Anleger. Ob das dann tatsächlich stimmt, ist noch fraglich.    

Ozempic ist seit Jahren gegen Diabetes zugelassen und wird in einem Fertigpen unter die Haut gespritzt. Es enthält wie die Abnehmspritze Wegovy, die ebenfalls von Novo Nordisk stammt, den Wirkstoff Semaglutid.  

Novo Nordisk testete das Mittel auch in einer klinischen Studie zur Behandlung von Nierenversagen bei Diabetespatienten. Die 2019 gestartete Studie brach der dänische Pharmakonzern nun wegen positiver Ergebnisse auf Empfehlung eines unabhängigen Kontrollgremiums vorzeitig ab – fast ein Jahr früher als gedacht. Ziel der Studie war es, zu untersuchen, ob Ozempic das Fortschreiten einer chronischen Nierenerkrankung verzögern und das Todesrisiko durch Nieren- und Herzprobleme senken kann.

Loslösung von FMC

Die Studie war auch bei Fresenius bekannt. Und sie könnte eine Entscheidung mit befördert haben, die CEO Michael Sen in diesem Jahr fällte – die Loslösung von FMC. Zwar ist Fresenius nur mit 32 Prozent an FMC beteiligt, musste das Unternehmen aber aufgrund seiner rechtlichen Konstruktion zu 100 Prozent konsolidieren. Damit ist bald Schluss: Ab 2024 muss Fresenius FMC nur noch entsprechend seinem Anteil konsolidieren. Dann würden auch niedrigere Gewinne bei FMC nicht mehr so sehr auf Fresenius durchschlagen.

Neben den Verlierern gab es freilich auch Gewinner: Die Papiere von Novo Nordisk stiegen. Die deutschen Hersteller Gerresheimer und Schott Pharma profitierten ebenfalls – sie liefern Spritzen und sonstige Pharmaverpackungen.

Lesen Sie auch: Entflechten und erneuern – Fresenius-CEO Sen macht jetzt Ernst

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick