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Diesel-Abgasmanipulation Volkswagen will gegen Schadenersatz-Urteil in Italien vorgehen

Ein italienisches Gericht hat wohl eine Entschädigungssumme von mehr als 200 Millionen Euro festgelegt. VW betrachtet die Sammelklage als unzulässig.

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VW hatte 2015 zugegeben, bei weltweit mehr als elf Millionen Fahrzeugen die Abgasreinigung manipuliert zu haben. Quelle: dpa

Volkswagen ist in Italien wegen Diesel-Abgasmanipulation nach Angaben von Verbraucherschützern zur Entschädigung von mehr als 63.000 Autokunden verurteilt worden. Ein Gericht habe eine Entschädigungssumme von 3300 Euro plus Zinsen pro Person und damit insgesamt mehr als 200 Millionen Euro festgelegt, teilte die Verbraucherschutzorganisation Altroconsumo am Donnerstag in Mailand mit.

Damit müsse der Autobauer dafür geradestehen, dass in den Fahrzeugen der Dieselmotor EA189 eingebaut war, der bekanntlich nur zur Genehmigung auf dem Prüfstand die Stickoxid-Werte (NOx) einhielt, im Straßenbetrieb aber weitaus mehr ausstieß als erlaubt.

Volkswagen erklärte, das Unternehmen werde Rechtsmittel einlegen, damit das Urteil in zweiter Instanz am Gericht in Venedig aufgehoben werde. „Wir sind der Ansicht, dass die Sammelklage von Altroconsumo unzulässig ist und ihre Forderungen unbegründet sind“, teilte VW mit. „Die Mitglieder der Sammelklägergruppe haben aufgrund der NOx-Problematik keinen wirtschaftlichen Schaden erlitten.“ Alle Fahrzeuge seien technisch sicher und verkehrstauglich. Auf dem italienischen Markt sei kein Verlust ihres Verkehrswerts entstanden.

Der Autokonzern argumentierte im 2015 aufgeflogenen Dieselskandal in Deutschland lange Zeit genauso, wurde aber im Mai letzten Jahres höchstrichterlich zu Schadenersatz an Autokäufer verurteilt. Das Grundsatzurteil gab eine Richtschnur für 60.000 Klagen vor. Rund 240.000 Verbraucher in Deutschland akzeptierten eine Entschädigung über einen außergerichtlichen Vergleich des Unternehmens mit dem Verbraucherzentrale-Bundesverband.

VW hatte 2015 zugegeben, bei weltweit mehr als elf Millionen Fahrzeugen die Abgasreinigung manipuliert zu haben. Die Wiedergutmachung hat den Konzern bisher mehr als 32 Milliarden Euro gekostet, vor allem Strafen und Schadenersatzzahlungen in den USA.

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