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Diesel-Privileg BMW-Chef kontert Volkswagen

Volkswagen-Chef Matthias Müller will die steuerlichen Vorteile für den Diesel auslaufen lassen. BMW-Chef Harald Krüger widerspricht nun energisch. Eine Abschaffung belaste vor allem die Kunden.

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Der BMW-Vorstandsvorsitzende Harald Krüger will am Diesel-Privileg festhalten. Quelle: dpa

Düsseldorf Während Gerichte erste Fahrverbote verhängen, streitet die deutsche Autoindustrie weiter um die Frage, ob die steuerlichen Vorteile für den Diesel erhalten bleiben sollen. In einem Interview mit dem Handelsblatt hatte VW-Chef Matthias Müller angeregt, Diesel-Kraftstoff an der Tankstelle mit dem Diesel gleichzustellen. Das zusätzliche Geld solle genutzt werden, um elektrische Mobilität zu fördern. Eine Idee, die bei BMW-Chef Harald Krüger wenig Anklang findet.

„Ich halte die Abschaffung der Dieselsubventionen für falsch. Aus Sicht der Kunden, die einen Diesel gekauft haben, ist das nicht vertretbar“, erklärt Krüger in einem Interview mit der WirtschaftsWoche. Zwei von drei BMWs, die aktuell in Deutschland verkauft werden, sind mit einem Diesel unterwegs. Denn die Münchener verkaufen vor allem SUVs und große Limousinen, die mit dem Selbstzünder deutlich sparsamer zu betreiben sind als mit einem Benziner.

Darum wehrt sich BMW-Chef Krüger im Interview mit der Wirtschaftswoche auch massiv gegen Vorwürfe der Deutschen Umwelthilfe, die nach Fahrtests den Verdacht geäußert hatte, dass auch BMW seine Modelle mit einer illegalen Abschalteinrichtung ausgestattet haben könnte. „Wir schummeln nicht. Ich habe das immer wieder gesagt, und es gilt weiterhin“, so Krüger. „Die durch die Umwelthilfe bemängelten Abgaswerte kamen nach unserer Einschätzung in erzwungenen Fahrsituationen zustande, die nur einen Bruchteil des typischen Fahrverhaltens unserer Kunden ausmachen.“ Im konkreten Fall hatte die Umweltorganisation einen BMW 320d getestet.

Doch gänzlich auf den Diesel will auch BMW nicht setzen - und den Anteil elektrischer Fahrzeuge deutlich erhöhen. Bis Ende 2019 werde man die Zahl der bislang von BMW verkauften Fahrzeuge mit Elektro-und Hybridmotor bis Ende 2019 mehr als verdoppeln, erklärte Krüger im Gespräch mit der Wirtschaftswoche. „Bis Ende 2019 werden wir eine halbe Million elektrifizierte Fahrzeuge auf der Straße haben“, sagte Krüger im Interview mit der WirtschaftsWoche. Erst vor wenigen Tagen hatte BMW das selbstgesteckte Ziel von 100.000 verkauften Elektroautos gefeiert. Neben dem reinen Elektroauto i3 sind in diesen Zahlen allerdings auch halbelektrische Fahrzeuge wie Plug-in-Hybride eingeschlossen.

Dennoch erwartet Krüger, dass die Nachfrage nach elektrischen Fahrzeugen weiter zulegen wird. „Wir wollen ein anständiges, zweistelliges Wachstum“, sagte der BMW-Chef. „Allein im Jahr 2018 werden wir den Absatz gegenüber 2017 sogar im mittleren zweistelligen Prozentbereich steigern“, so Krüger. Doch ganz auf den Diesel werde BMW nicht verzichten.

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