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Dieselbetrug Verurteilter VW-Manager will nach Deutschland

VW-Manager Oliver Schmidt ist in den USA wegen der Dieselmanipulationen zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Nun hofft der Spitzenmanager auf eine Rückkehr nach Deutschland - durch einen Gefangenenaustausch.

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VW-Manager Oliver Schmidt möchte seine Strafe in Deutschland absitzen. Quelle: Reuters

Der in den USA verurteilte VW-Manager Oliver Schmidt könnte Zeitungsberichten zufolge unter bestimmten Bedingungen seine Strafe in Deutschland verbüßen. Das Urteil müsste rechtskräftig sein, und sowohl das amerikanische Justizministerium als auch ein deutsches Gericht müssten einem entsprechenden Antrag zustimmen, berichtete die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf Informationen aus dem Umfeld des Managers. In der „Bild am Sonntag“ hieß es ohne Angabe von Quellen, es liefen derzeit Gespräche, Schmidt vorzeitig nach Deutschland zu überstellen. David DuMouchel, der US-Anwalt von Schmidt, lehnte eine Stellungnahme ab. Der Berliner Anwalt Alexander Sättele, der Schmidt ebenfalls vertritt, war für eine Stellungnahme am Wochenende zunächst nicht zu erreichen.

Das Bezirksgericht in Detroit hatte Schmidt am Mittwoch wegen seiner Beteiligung an dem Volkswagen-Abgasbetrug zu sieben Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 400.000 Dollar (umgerechnet 340.000 Euro) verurteilt. Dabei hatte der Richter das nach dem späten Geständnis des Angeklagten maximal mögliche Strafmaß ausgeschöpft.

Sättele sagte der „Welt am Sonntag“, man habe nach den vorherigen Urteile des Richters mit einer harten Strafe rechnen müssen. „Das war keine Überraschung, trotzdem ist es eine Enttäuschung für ihn, dass es nicht gelungen ist, mit den Argumenten zum Richter durchzudringen.“ Er prüfe, ob Rechtsmittel eingelegt würden.

Der Dieselskandal war vor gut zwei Jahren in den USA aufgeflogen. VW gab daraufhin zu, Abgaswerte mit einer illegalen Abschalteinrichtung manipuliert zu haben. Volkswagen bekannte sich nach langen Verhandlungen schuldig und akzeptierte eine milliardenschwere Wiedergutmachung an Kunden und Behörden sowie eine Strafzahlung. Insgesamt kostet der Betrug den Wolfsburger Konzern bisher mehr als 25 Milliarden Euro.

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