Diskussion um Umgang mit russischer Energie KNDS-Chef fordert von Bundeskanzler Scholz raschen Verzicht auf russisches Erdgas

„Deutschland bezieht immer noch jeden Tag für 200 Millionen Euro Gas aus Russland. Ich hätte den Hahn sofort zugedreht!“ Quelle: imago images

Wie umgehen mit Erdgas aus Russland? In dieser Frage bezieht der Chef des deutsch-französischen Rüstungskonzerns KDNS Stellung und übt Druck auf die Bundesregierung aus.

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Der Chef des deutsch-französischen Rüstungskonzerns KNDS Frank Haun fordert einen raschen Verzicht auf russische Erdgaslieferungen. „Deutschland bezieht immer noch jeden Tag für 200 Millionen Euro Gas aus Russland. Ich finde das nicht in Ordnung“, sagte Haun im Interview mit der WirtschaftsWoche.

Er hätte „den Hahn sofort zugedreht“. Die Abkehr vom russischen Gas müsse kommen. „Warum nicht jetzt, wo sie eine positive Wirkung verspricht?“ Das sei ein überfälliges Signal für Russland, Staatspräsident Wladimir Putin und weitere Staaten, die Krieg als Mittel zur Steigerung ihrer Macht in Betracht ziehen. „Ein Gewalttäter wie Putin muss auch wirtschaftlich einen hohen Preis zahlen. Einen Preis mit Signalwirkung. Denn ich befürchte, der Überfall auf die Ukraine war noch nicht der letzte Krieg, den wir erleben“, sagte Haun, Chef des KNDS-Konzerns, zu dem auch der deutsche Panzerbauer KMW gehört, der WirtschaftsWoche.

Deutschland könne die wirtschaftlichen Folgen verkraften. „Dann müssen wir den Gürtel halt mal enger schnallen“, so der Manager. Deutschland sei moralisch verpflichtet, der Ukraine zu helfen. „Es muss einmal klar ausgesprochen werden: Wir Deutsche haben in gut 80 Jahren zweimal den Krieg in die Ukraine getragen: 1941 als Aggressoren, 2022 als Unterlasser“, so Haun.

Lesen Sie hier das komplette Interview mit KNDS-Chef Frank Haun: „Ich hätte den Hahn sofort zugedreht“

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