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Dritter Großauftrag Jahresendspurt bei Siemens

Siemens auf der Erfolgswelle: Es ist bereits der dritte Großauftrag, den das Industrieunternehmen innerhalb von wenigen Tagen verkündet – ausgerechnet in den USA, dem Heimatland des Konkurrenten General Electric.

Siemens konnte zum Ende des Jahres noch drei Großaufträge an Land ziehen. Quelle: dpa

Die Bescherung kommt bei Siemens in diesem Jahr noch vor Weihnachten: Nach dem Rekordauftrag in der vergangenen Woche für Windräder an Land vermeldet der Industriekonzern am Montag vor Heiligabend die Unterzeichnung eines weiteren Großauftrags – diesmal für Windräder auf hoher See. Beide Projekte befinden sich in den USA, wo Siemens vor kurzem ebenfalls einen Vertrag über ein Gas-und-Dampf-Kraftwerk in Pennsylvania unterschrieben hat.

„Die USA sind ein Schlüsselmarkt für Siemens“, betonte Michael Süß, Vorstandsmitglied und Chef des Sektors Energy. Das Projekt mit dem Namen Cape Wind ist der erste Offshore-Windpark der USA und wird eine Erzeugungskapazität von 468 Megawatt haben - so viel wie etwa die Hälfte eines Atomkraftwerkes. 130 Windräder sollen laut Angaben von Cape Wind installiert werden.

Das Projekt hat laut Medienberichten ein Volumen von insgesamt 2,6 Milliarden Dollar. Das Windkraftwerk entsteht an der Nordostküste von Massachusetts, 20 Kilometer vor der Insel Nantucket. Installation und Inbetriebnahme sind für 2016 vorgesehen.

Die Zusammenarbeit von Siemens und dem gleichnamigen Projektierer Cape Wind galt schon länger als abgemachte Sache, doch die Verträge wurden erst jetzt unterzeichnet. Gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg sagte Markus Tacke, Chef der Windsparte von Siemens, am Montag vergangenen Woche, dass die Konstruktion von einigen Komponenten der Anlage bereits begonnen habe.

Dem US-Platzhirschen General Electric dürften die Entwicklungen der vergangenen Tage wenig gefallen. Bereits mit dem am Montag vergangener Woche verkündeten Rekordauftrag für Windräder an Land rückte Siemens dem Konkurrenten zu Leibe.


Windsparte erzielte 2012 einen Umsatz von 5,2 Milliarden Euro

Dabei stellt Siemens bis 2015 im US-Bundesstatt Iowa 448 Windräder in fünf verschiedenen Projekten auf. Die Gesamtleistung von 1.050 Megawatt ist gewaltig und gleicht der eines Kernkraftwerks. Aneinandergereiht ergeben die insgesamt 1.344 Rotorblätter eine Länge von 71 Kilometern, das ist die Entfernung von München nach Ingolstadt.

Der Auftrag ist der größte aller Zeiten für Windkraftanlagen auf dem Land. Über die Auftragshöhe schweigt sich Siemens aus, dürfte sich aber nach gängigen Marktpreisen um eine Milliarde Dollar drehen.

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Mit dem Projekt stieß Siemens auf den zweiten Platz im US-Windmarkt auf dem Land vor – gleich hinter General Electric. GE verfügt über einen Marktanteil von 38 Prozent der installierten Windkapazität, Siemens von 20 Prozent.

Insgesamt erzielte die Windsparte bei Siemens 2012 einen Umsatz von 5,2 Milliarden Euro, davon stammten 25 bis 30 Prozent aus Amerika. Sobald die Vereinbarung zwischen Siemens und Cape Wind im nächsten Kalenderjahr wirksam wird, liefere Siemens nicht nur die Offshore-Windturbinen, sondern auch die Offshore-Serviceplattform, hieß es in einer Mitteilung des Konzerns.

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