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Druckmaschinenbauer Heidelberger Druck setzt auf digital

Heidelberger Druck will in Zukunft stärker auf Digital-Druck setzen, weil die Nachfrage in den alten Geschäftsfeldern sinkt. Aus diesem Grund wurde eine Lizenzvereinbarung mit einem Technologieunternehmen abgeschlossen.

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Ein Mitarbeiter montiert in Wiesloch im Werk des Druckmaschinenherstellers „Heidelberger Druck“ ein Druckwerk des Typs Speedmaster SM 74. Quelle: dpa

Düsseldorf Der weltgrößte Druckmaschinenbauer Heidelberger Druck will die Investitionsflaute mit einem forcierten Einstieg in den Digital-Druck überwinden. Heidelberg schloss dazu eine Lizenzvereinbarung mit dem israelischen Technologieunternehmen Landa ab, wie Vorstandschef Bernhard Schreier am Mittwoch vor Beginn der Branchenmesse Drupa in Düsseldorf sagte.

Der Branchenführer will mit Hilfe der Lizenz neue Druckmaschinen entwickeln, die Farbpartikel in Nano-Größe auf beliebige Materialien drucken können und damit vor allem für kleine bis mittlere Druckaufträge geeignet sind.

„Unser Umsatz im Digitaldruck soll dadurch mittelfristig auf einen dreistelligen Millionenbetrag steigen“, begründete Schreier die Kooperation. Bisher erwirtschaftet Heidelberg das Gros seiner Umsätze von zuletzt gut 2,6 Milliarden Euro mit Druckmaschinen, die vor allem für große Auflagen in der Verpackungs- oder Werbeindustrie geeignet sind, und schreibt seit Jahren Verluste.

Der Digitaldruck wird immer leistungsfähiger und nimmt den etablierten Druckmaschinenherstellern, die vor allem aus Deutschland kommen, ständig Marktanteile ab. Die wegen der schwachen Konjunktur bei Neuanschaffungen zögerlichen Druckereien investieren derzeit eher in die digitale Drucktechnik, um auch kleinere Aufträge bearbeiten zu können.

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Standort erkennen

    Seit kurzem bedient Heidelberger diese Kundengruppe mit Maschinen des japanischen Kooperationspartners Ricoh für Auflagen von bis zu 500 Exemplaren - die Maschinen werden unter eigenem Namen für jeweils bis zu 150.000 Euro weiterverkauft. Die neuen Maschinen auf Basis der Nanotechnologie zielten auf Auflagen von bis zu 1000 Exemplaren, sagte Technik-Vorstand Stephan Plenz.


    Schwache Nachfrage nach neuen Druckmaschinen

    Wie Marktführer Heidelberg kämpft auch die Konkurrenz mit der schwachen Nachfrage nach neuen Druckmaschinen für große Auflagen, wie etwa im Zeitungsdruck. Manroland aus Augsburg - Marktführer im Rollendruck für Zeitungen und Magazine - kündigte am Mittwoch in Düsseldorf ebenfalls eine Kooperation mit dem Digitaldrucker-Hersteller Oce an. Manroland ziele mit dem Weiterverkauf dieser Druckmaschinen auf den Markt für digitale Zeitungen und Magazine, sagte Vertriebschef Peter Kuisle.

    Der Heidelberg-Konkurrent Manroland war im Zuge seiner Insolvenz zerschlagen worden: Der Rollendruck ging an die Lübecker Firmengruppe Possehl, der Bogendruck für Verpackungen und Zeitschriften an den britischen Mischkonzern Langley. Mit dem Verkauf von neuen Bogendruck-Maschinen und Wartung will Manroland nach Worten von Manager Kuisle künftig rund 300 Millionen Euro weltweit umsetzen.

    Langley kalkuliert in diesem Jahr mit einem Umsatz von rund 350 Millionen Euro. Bei beiden Manroland-Ablegern, die weltweit im Service weiter kooperieren wollen, wurden im Zuge der Insolvenz kräftig Arbeitsplätze gestrichen.

    Heidelberger Druck streicht derzeit seinerseits zum zweiten Mal binnen drei Jahren 2000 Stellen, um die Gewinnschwelle künftig bereits bei Umsätzen von weniger als 2,4 Milliarden Euro zu erreichen. Einige ehemalige Manroland-Kunden hätten bereits neue Verträge bei seinem Unternehmen unterschrieben, sagte Heidelberger-Vorstandschef Schreier.

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