Düngemittelhersteller K+S Hessen stoppt Abwasserentsorgung und gefährdet die Kaliproduktion

Exklusiv

Der Düngemittelproduzent K+S hat Ärger. Ab dem 1. Dezember darf das Unternehmen keine Abwässer mehr in den Boden leiten, weil die hessischen Behörden eine entsprechende Genehmigung nicht verlängert haben.

Blick auf das Logo der K+S AG in Kassel Quelle: dpa

Der Kasseler Düngemittelhersteller K+S darf ab 1. Dezember keine Abwässer mehr in den Boden leiten. Die hessischen Behörden haben die entsprechende Genehmigung für das Dax-Unternehmen nicht verlängert, wie die WirtschaftsWoche aus Finanzkreisen erfuhr. „Damit steht uns ein wesentlicher Entsorgungsweg vorübergehend nicht mehr zur Verfügung“, bestätigte ein Sprecher des Unternehmens. K+S entsorgt Abwässer aus seiner Kaliproduktion in der Werra, der Rest wird in den Boden geleitet. Dabei sind strenge Grenzwerte einzuhalten. Die fehlende Genehmigung könnte nun dazu führen, dass das Unternehmen seine Kaliproduktion reduzieren muss.

In Kassel hofft man daher, noch vor Weihnachten eine Übergangslösung mit den Behörden erzielen zu können.

Laut Finanzkreisen sollen die hessischen Behörden das Unternehmen während des Genehmigungsprozesses immer wieder zur Eile gedrängt haben. Die Gutachter hätten aber erst Anfang November und damit deutlich zu spät alle nötigen Zugriffe auf das Modell erhalten, mit denen die Grenzwerte berechnet werden. K+S spricht dagegen von einem komplexen Genehmigungsverfahren, das viel Zeit in Anspruch nehme. Gutachter und Prüfer brauchen nun noch sechs Monate bis ein Jahr für eine endgültige Prüfung des Modells, nach der die Behörden eine Entscheidung über eine Verlängerung der Entsorgungsgenehmigung treffen können.

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