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Dünger- und Salzproduzent K+S verdient wieder mehr

Ein Lader kippt im Großbunker der Schachtanlage Hattorf des Kali- und Salzproduzenten K+S Rohsalz in ein Rollloch. Quelle: dpa

Burkhard Lohr hat als neuer Chef das Image des Dünger- und Salzproduzenten K+S verbessert. Vor allem in Umweltfragen konnte er schnelle Erfolge vorweisen. Bei den Geschäftszahlen gelingt die Wende langsamer.

Der Kasseler Düngemittel- und Salzproduzent K+S verdient wieder mehr, ist aber von früheren Spitzenergebnissen weit entfernt. „2017 war ein Übergangsjahr, in dem wir Hürden aus dem Weg geräumt und Anlauf für die Zukunft genommen haben“, sagte K+S-Chef Burkhard Lohr am Donnerstag in Frankfurt. Dort stellte der neue Vorstandsvorsitzende die Geschäftszahlen für das vergangene Jahr vor. Positiv für den MDAX-Konzern: Nach Ausfällen wegen Entsorgungsproblemen konnte K+S wieder mehr produzieren.

Im Mai hatte der langjährige Finanzvorstand Norbert Steiner als Konzernchef abgelöst. K+S hatte eine Krise hinter sich: Ungelöste Entsorgungsfragen bei Produktionsrückständen, fehlende Genehmigungen, juristische Konflikte mit Gemeinden und Umweltschützern. Lohr setzte auf Vergleiche statt auf Konfrontation und hatte Erfolg. Zudem ging eine neue Anlage zur Reduzierung von Produktionsabwässer in Betrieb, das neue Kali-Werk in Kanada nahm die Produktion auf.

Der „Umweltfrieden“, wie Lohr ihn nennt, bringt Sicherheit für die Zukunft. Auf die Geschäftszahlen 2017 wirkte sich das aber nicht aus. Der Umsatz stieg von 3,5 auf 3,6 Milliarden Euro. Im Tagesgeschäft (Ebit) verdiente K+S 271 Millionen Euro (Vorjahr 229). Der Gewinn kletterte von 131 auf 145 Millionen Euro. Damit liegt K+S am unteren Ende der eigenen Prognose. Vom Gewinn 2015 (542 Millionen Euro) ist der Konzern indes weit entfernt. Für die Aktionäre soll es 35 Cent Dividende geben, fünf Cent mehr als 2016.

Entsprechend gemischt fallen Reaktionen auf Lohrs Arbeit aus: „Die jetzt gelebte Politik, Lösungen für Umweltprobleme aktiv anzugehen und zusammen mit den Betroffenen zu erarbeiten, dürfte K+S verspielte Sympathien wieder zurückbringen“, sagt Oliver Schwarz, Analyst der Warburg Research GmbH in Hamburg. Lohrs neue Konzernstrategie „Shaping 2030“ - Fokussierung auf Kundensegmente und Wachstumsziele bis 2030 - kommt weniger gut weg: „Groß angekündigt, konnten die vorgestellten Maßnahmen nicht wirklich überzeugen“, sagt Schwarz.

Für das laufende Jahr kündigte Lohr Umsatzwachstum und Abbau des Verschuldungsgrads an. Momentan liegt die Nettoverschuldung des Konzerns mit 14 800 Mitarbeitern bei 4,1 Milliarden Euro. Bei den Entsorgungsfragen wird 2018 ein Entscheidungsjahr. Ab 2021 braucht K+S einen neuen Entsorgungsweg: entweder das Auffüllen alter Gruben mit Salzlösung oder den Bau einer Salz-Pipeline durch Nordhessen zur Oberweser. „Im Laufe dieses Jahres wird man sich klar sein, was die bevorzugte Alternative ist“, sagte Lohr.

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