WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Dumping-Importe Solarworld will Anti-China-Zölle

Solarworld will chinesische Dumping-Importe in die EU stoppen und Sonderzölle durchsetzen. In Abstimmung mit der EU-Kommission wird eine Klage vorbereitet. Auch die USA wollen gegen unlauteren Wettbewerb vorgehen.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Solarworld will gegen chinesische Dumping-Importe vorgehen. Quelle: dapd

Düsseldorf Nach der US-Entscheidung für erste Sonderzölle auf chinesische Solarimporte strebt Solarworld nun auch in Europa Schritte gegen die ungeliebte Konkurrenz an. „Wir bereiten in enger Abstimmung mit der EU-Kommission eine Klage vor“, sagte ein Sprecher von Deutschlands größtem Solarmodulbauer am Mittwoch.

Damit solle eine Einführung von Strafzöllen auf Dumping-Importe chinesischer Solarhersteller erreicht werden. Es müsse eine Unterstützergruppe organisiert werden, die mindestens 25 Prozent der Jahresproduktion in Europa repräsentiert. Auch wenn international agierende Konzerne sich eher nicht beteiligten, sei er zuversichtlich, dass die Klage im Sommer eingereicht werden könne.

Die von den USA beschlossenen Sonderzölle sind nach Ansicht von Solarworld-Chef Frank Asbeck ein erster Schritt. „Ich begrüße, dass in den USA die unfairen Handelspraktiken der Chinesen erkannt wurden“, sagte Asbeck. Mitte Mai werde die US-Regierung über mögliche Anti-Dumping-Zölle entscheiden, die sich zu den bereits verhängten Zöllen addierten. „Das ist das, was auch in der EU angestoßen werden wird“, kündigte er an.

Im Herbst hatte die US-Tochter von Solarworld zusammen mit sechs anderen Firmen eine Petition bei der US-Regierung gegen die zunehmenden Billig-Importe aus China eingereicht. Asbeck und seine Mitstreiter werfen der chinesischen Konkurrenz unlauteren Wettbewerb vor. Diese erhalte günstige Kredite von staatlicher Seite und bringe die Produkte zu Dumping-Preisen auf den Markt. Daher forderten die Unternehmen Strafzölle von über 100 Prozent auf importierte Solarzellen und -module aus China.


US-Regierung will im Mai entscheiden

Auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen hatte China eine gezielte Verdrängung deutscher Firmen und Monopolstreben vorgeworfen. Die chinesischen Modulhersteller würden unbegrenzt subventioniert, schrieben aber dennoch rote Zahlen, sagte er Mitte Januar.

Das US-Handelministerium hatte am Dienstag in einer vorläufigen Entscheidung Anti-Subventionszölle von 2,9 bis 4,73 Prozent des Produktwertes auf chinesische Solar-Importe verfügt.

Die US-Branchenvereinigung, The Coalition for American Solar Manufacturing, teilte mit, sie erwarte, dass das Handelsministerium im Laufe der Untersuchung in den kommenden Monaten weitere Hinweise auf Beihilfen und unfaire Preispraktiken finden und letztlich noch höhere Zölle beschließen werde. Eine Entscheidung über Anti-Dumping-Zölle will die Regierung im Mai bekanntgeben. Eine endgültige Entscheidung wird für die zweite Jahreshälfte erwartet.

Anleger hatten allerdings wohl mit höheren Zöllen gerechnet und reagierten enttäuscht. Die Solarworld-Aktie notiert mit 1,6 Prozent im Minus. Ein Händler sagte zu der US-Entscheidung, sie sei zwar eine Enttäuschung, aber aus Sicht der Solarunternehmen besser als nichts.

Der weltweit tobende Preiskampf in der Branche sorgt für rote Zahlen und Pleiten. Nach Evergreen und Solyndra in den USA mussten in Deutschland Solon, Solar Millennium und zuletzt auch Solarhybrid Insolvenz anmelden. Q-Cells und Conergy kämpfen ums Überleben.

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%