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EADS Endlich ein Unternehmen

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Abhängigkeit vom Rüstungsgeschäft

EADS-Chef Thomas Enders Quelle: dapd

Doch diese Hilfen haben für die EADS in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung verloren. Neue zinsgünstige Kredite braucht Airbus frühestens in zehn Jahren, weil bis dahin kein neues Modell ansteht. Neue Großbestellungen für Waffensysteme sind angesichts der knappen deutschen Kassen vorläufig nicht zu erwarten. Im Gegenteil, derzeit versucht die Bundesregierung die bestehenden Orders wo immer es geht zu kürzen. Selbst die Forschungsförderung sinkt hierzulande. Da gerade in diesem Bereich gilt, wer die Musik bezahlt, bestimmt wo sie gespielt wird, kann eine teileweise Verlagerung der EADS keine Überraschung sein. Und die Regierungshilfen bei Exporten fallen in Deutschland angesichts der kritischeren Einstellung zu Rüstungsexporten ohnehin geringer aus als etwas in Frankreich oder Großbritannien.

Wohlwollen der EADS

Im Klartext: Hintze hat de facto praktisch keine Möglichkeit Druck zu machen. Im Gegenteil. Er braucht eher das Wohlwollen der EADS als umgekehrt. Aber warum sollte die EADS auf die deutschen Belange so große Rücksicht nehmen, wie es die heimischen Politiker gerne hätten? Dankbarkeit für alte Zeiten und frühere Hilfen allein werden den Standort Deutschland in der EADS jedenfalls nicht stärken.

Industrie



Mit seinem Brandbrief erreicht Hintze wahrscheinlich sogar eher weniger als mehr Wohlwollen für sein Anliegen: Je stärker die Bundesregierung in die Konzernführung hineinzuregieren versucht, umso leichter macht sie es der französischen Seite das gleiche zu tun. Dazu wird es schwieriger für Enders, zwei der dringendsten Probleme der EADS zu lösen. Es gilt private Investoren zu finden, die den Anteil des deutschen Großaktionärs Daimler übernehmen. Weil der deutschen Standort überdurchschnittlich vom Verteidigungs- und Sicherheitsgeschäft abhängt, kann ihn Enders nur stärken, wenn Rüstungsaufträgen aus Übersee bekommt. Doch dabei war in der Vergangenheit der Eindruck, die EADS sei ein Hindernis.

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