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EADS-Chef Gallois "Ich fühle mich mit 2,5 Millionen Gehalt nicht wohl"

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„Ein US-Airbus-Werk sollte man sich anschauen“

Der Auftrag für American Airlines, der sich 2011 für den A320neo entschieden hat, signalisiert einen Durchbruch im US-Markt, behauptet Gallois. Quelle: dapd

Trotzdem haben EADS und Airbus künftig sowohl den gleichen Finanzchef als auch den gleichen Personalchef. Da ist es doch bis zu einer Verschmelzung nicht mehr weit.
Auf dieser Stufe sehe ich einen Unterschied: Wir wollen nicht die Organisationen als Selbstzweck verschmelzen, sondern wir wollen, dass Controlling und Personal nach gleichen Vorgaben, unter derselben Führung und ohne unnötige Dopplungen oder Konkurrenzkämpfe arbeiten. Um darüber hinauszugehen, bräuchte man die Zustimmung des Verwaltungsrats. Bislang bin ich nicht sicher, ob darüber Konsens herrscht. Arnaud Lagardère hat kürzlich Zweifel daran geäußert.

Eines Ihrer Ziele war, eine Balance zwischen den Umsätzen von Airbus und dem Rest von EADS zu schaffen. Das Verhältnis liegt heute eher bei 3:1 und steigt.
Es ging nie um einen Ausgleich zwischen Airbus insgesamt und den anderen Geschäften, sondern um die Balance zwischen dem Bau von Zivilflugzeugen bei Airbus und unseren restlichen Geschäften. Wenn Sie bei Airbus die Militärflugzeuge und das Servicegeschäft herausrechnen, liegt das Verhältnis eher bei 60:40. Ein 50:50-Verhältnis ist bis 2020 möglicherweise schwer zu erreichen – es sei denn, Airbus rutscht in eine tiefe Krise. Aber bevor ich darauf hoffe, lebe ich doch lieber mit dem Luxusproblem, dass die Dynamik von Airbus ein Ungleichgewicht beim Umsatz verursacht. Und es bleibt ganz klar unser Ziel, einen Wachstumsschub auch in den anderen Geschäften – so wie Services, Sicherheit oder bestimmten Verteidigungsbereichen – anzukurbeln.

Eines Ihrer Ziele war, mehr außerhalb Europas zu produzieren. Da sind Sie auch kaum weitergekommen.
Lassen Sie sich da nicht täuschen. Wir bauen etwa bei Eurocopter Hubschrauberwerke in Brasilien sowie Mexiko, und in Dänemark, Kanada und den USA haben wir Service-Unternehmen gekauft. Und das ist erst der Anfang.

Trotzdem machen Sie in den USA deutlich weniger Geschäft als geplant.
Wir haben Ziele für 2020. American Airlines, bisher ein reiner Boeing-Kunde, hat sich 2011 für unsere A320neo entschieden. Dazu hat DirecTV, ebenfalls ein reiner Boeing-Kunde, bei uns Satelliten bestellt. Diese Aufträge signalisieren durchaus einen Durchbruch im US-Markt.

Warum steigern Sie Ihren Marktanteil in den USA nicht durch den Bau eines Airbus-Werks? Sie haben zuletzt deutlich mehr Flugzeuge verkauft, als Ihre heutigen Werke produzieren können.
Auch das muss mein Nachfolger beantworten. Aber das ist ein Punkt, den man sich genau anschauen sollte.

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