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EADS-Chef Gallois "Ich fühle mich mit 2,5 Millionen Gehalt nicht wohl"

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„Staatliche Unterstützung für den A320neo? Nein“

„Unser neuer Jet A320neo bringt vom ersten Flugzeug an Geld“, behauptet Louis Gallois zum Mittelstreckenjet, der ab 2015 ausgeliefert werden soll. Quelle: dpa

Zu Beginn Ihrer Amtszeit war die Verspätung des A380 Ihr größtes Problem. Nun läuft die Produktion, aber wann verdient der Riesenflieger wirklich Geld?
Von 2014/15 an. Jedes Jahr schreiben wir Ausgaben für die Entwicklung und die Lernfortschritte ab, das heißt: Alles, was wir beim Verkauf über die jährlichen Kosten hinaus einnehmen, fließt unmittelbar in den Gewinn vor Steuern und Zinsen. Neue Produkte kosten immer erst mal mehr Geld, als sie bringen. Ich glaube nicht, dass Boeing bereits viel Geld mit ihrer neuen 787 verdient – auch wenn sich ihre Buchungsregeln von unseren unterscheiden.

Und wann bringt Ihr A320neo-Mittelstreckenjet, den Sie ab 2015 ausliefern, Geld?
Vom ersten Flugzeug an! Die A320neo ist die Weiterentwicklung eines reifen Produktes. Die Entwicklungskosten sind begrenzt, sodass wir sie bereits vor Beginn der Produktion abgeschrieben haben werden. Und weil wir für das Flugzeug dank des deutlich niedrigeren Spritverbrauchs zudem einen höheren Preis bekommen als für die bisherige Variante, wird das von Anfang an ein gutes Geschäft.

Bisher haben Sie neue Flugzeugmodelle mit staatlichen Hilfen finanziert. Werden Sie die auch für die A320neo beantragen?
Nein. Wir brauchen keine Unterstützung für dieses Projekt, und wir planen über Jahre hinweg keinen weiteren Start eines ganz neuen Programms.

In Arbeit
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Als EADS-Chef haben Sie sich auch dazu geäußert, dass Sie und viele andere Manager zu viel Geld verdienen.
Ich spreche hier nur für mich – aber: Ja, darum habe ich den variablen Teil meines Gehalts für gesellschaftliche Zwecke gespendet. Aber das ist eine sehr persönliche Entscheidung. Ich fühle mich einfach nicht wohl dabei, mit gut 2,5 Millionen Euro im Jahr das Zehnfache meines damaligen Gehalts als Chairman und CEO der französischen Eisenbahn SNCF zu bekommen.

Und warum beschränken Sie sich?
Ich will mich nicht von Geld abhängig machen. Ein hohes Einkommen kann zu einem bestimmten Lebensstil verleiten. Ich muss mich nicht beschränken, wenn ich verreisen oder in ein gutes Restaurant gehen will – auch künftig nicht. Aber wer seine Zeit in teuren Autos und Luxushotels verbringt, läuft Gefahr, den Kontakt zu seinen Mitmenschen, zum einfachen Leben und oft zu den alten Freunden, wie ich sie in meinem Vorort im Süden von Paris habe, zu verlieren. Das will ich einfach nicht.

Was haben Sie vor, wenn Sie in den Ruhestand gehen? Sie sind ja ein Rugby-Fan.
Das stimmt, aber mit 68 Jahren ist Rugby sicher nicht die erste Wahl [lacht] ... Ich weiß noch nicht, was ich tue. Auf jeden Fall werde ich weiterhin viel zu tun haben. Aber bevor Sie fragen: Nein, ich habe keine Ambitionen, in die Politik zu gehen!

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