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Elektroautos Tesla-Bandarbeiter zweifeln an Produktionsziel für Model 3

5000 Elektroautos seines Model 3 will Tesla-Chef Musk pro Woche bauen. Die Belegschaft stellt das in Frage – trotz Zwölf-Stunden-Schichten.

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Tausende Elektroautos sollen bei Tesla pro Woche vom Band rollen. Quelle: Reuters

San Francisco Tesla droht nach Informationen aus der Belegschaft sein aktuelles Produktionsziel für den Hoffnungsträger Model 3 zu verfehlen. Der Elektro-Auto-Pionier stelle pro Schicht nicht genügend dieser Fahrzeuge her, um bis Samstag das von Konzernchef Elon Musk ausgegebene Ziel von 5000 Stück pro Woche zu erreichen, sagten drei Bandarbeiter in der Tesla-Fabrik im kalifornischen Fremont zu Reuters.

Demnach wurden diese Woche in zwei Zwölf-Stunden-Schichten an zwei verschiedenen Tagen einmal 210 und einmal 305 Fahrzeuge montiert und lackiert. Tesla fährt zwei solche Schichten pro Tag, also 14 pro Woche. Wenn von 300 Fahrzeugen pro Schicht ausgegangen wird, käme das Unternehmen so nur auf 4200 Autos.

Tesla will mit dem günstigeren Model 3 den Massenmarkt erschließen, hat aber immer wieder mit Schwierigkeiten bei der Produktion zu kämpfen. Die höhere Produktion sorgt außerdem derzeit für einen Batterieengpass bei Panasonic.

Zuletzt hat Elon Musk vor allem mit seinen Ausfällen gegen Analysten, seinen Tweets gegen kritische Journalisten und mit seinen Sabotage-Vorwürfen gegen Mitarbeiter von sich reden gemacht. Aber seine jüngsten Management-Entscheidungen zeigen vor allem eins: Musk ist durchaus auf die Zahlen konzentriert. Er will Kosten sparen und endlich Geld verdienen. Vergangene Woche hat er neun Prozent der Mitarbeiter entlassen. Außerdem drückt er beim Model 3 aufs Tempo.

Tesla war lange eine Ausnahme-Story in der Autowelt: Obwohl das Unternehmen im vergangenen Jahr weniger als zwölf Milliarden Dollar umgesetzt hat, war es diese Woche an der Börse mit mehr als 60 Milliarden Dollar erneut mehr wert als General Motors – der mit Abstand größte amerikanische Autokonzern. Die Anleger investieren in die Story, nicht in das aktuelle Geschäft.

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