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Elon Musk Biografie Furcht und Ehrfurcht vor dem Iron Man

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Wie Musk seine Mitarbeiter quält

Elon Musk ist nachweislich ein harter Hund. Tyrannisch, sagen ehemalige Mitarbeiter. Als ein Angestellter der Geburt seines Kindes beiwohnt, statt zu einer Firmenveranstaltung zu gehen, bekommt er eine knappe Mail seines Chefs: „Das ist keine Entschuldigung. Ich bin extrem enttäuscht. Sie müssen klären, wo Ihre Prioritäten liegen. Wir verändern die Welt und die Geschichte und entweder sind Sie dabei oder nicht.“

Jede Behinderung von Fortschritt nimmt Musk persönlich. Erklärt ein Mitarbeiter, ein bestimmtes Anliegen sei nicht möglich, läuft er Gefahr zu fliegen – mindestens aus dem Büro, wenn nicht ganz aus dem Unternehmen. Erfüllt jemand die Anforderungen des Chefs nicht, übernimmt der mitunter die Aufgabe selbst  - und löst die Probleme.

Im lautstarken Streit trennte sich der Tesla- und SpaceX-Chef schon von führenden Angestellten, Geldgebern und selbst Auftraggebern. Seine Mitarbeiter gängelt er mit überzogenen, nicht zu haltenden Zeitplänen.

Dabei nimmt Musk nicht irgendwen in seine  Reihen auf, sondern quält seine künftigen Mitarbeiter in mehreren Bewerbungsrunden, die nicht selten in einem Verhör durch den Unternehmer selbst enden. Musk, so scheint es, versammelt die besten und klügsten Köpfe der Welt – und behandelt sie wie austauschbare Werkzeuge.  

Zitate aus der Musk-Biografie

So abschreckend das für viele wirkt, wer die Tortur und den Kommandoton des Chefs übersteht und mit wenig Schlaf auskommt, kann in der Musk AG Erfüllung finden. Bei SpaceX und Tesla können sie als junge Ingenieure und Techniker ihren Traum ausleben. Sie treiben Innovationen in einer Geschwindigkeit voran, die in den großen Unternehmen der Auto-, Weltraum,-und Energiebranche kaum möglich sind. “Manche Mitarbeiter lieben ihn dafür. Andere hassen ihn, bleiben aber aufgrund von Respekt für seine Energie und Mission eigenartig loyal zu ihm“, schreibt Vance.

Arbeiten bis zum Umfallen

Zur Verbundenheit trägt bei, dass Musk mit sich selbst nicht weniger hart umgeht. „Sein Ideal ist, nicht nur sechs Tage die Woche, sondern sieben zu arbeiten, also praktisch immer“, sagte Vance im vergangenen Winter noch während seiner Recherche im Gespräch mit der WirtschaftsWoche.

Diesem persönlichen Antrieb hat Musk einen Großteil seines Privatlebens geopfert. Dreimal ist er geschieden, von zwei Frauen. Nur seine Kinder versucht er regelmäßig zu sehen.

Der Stresslevel des SpaceX- und Tesla-Chefs lässt sich an seinem Körperumfang ablesen. Er wiege mehr, wenn er ernsthaft überarbeitet ist, schreibt Vance. „Auf gewisse Weise ist es lustig, dass Musk so viel über das Überleben der Menschheit spricht, aber nicht bereit ist, etwas gegen die Folgen seines Lebensstils und für den eigenen Körper zu tun.“

Freunde und Feinde von Elon Musk

So umfangreich sie ist, die Biografie bleibt eine erste Zwischenbilanz. Das Tempo mit dem Musk Innovationen vorgibt, ist weiter hoch. Vor zwei Wochen verkündete er, dass die Batterien, die Teslas Elektro-Autos antreiben, künftig auch Büros und Häuser versorgen sollen.

In Arbeit
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Die weiteren Pläne sind mehr als ehrgeizig. Bis 2025 könnte es gleich fünf oder sechs verschiedene Tesla-Modelle geben und SolarCity zum gewaltigen Versorger werden. Schon 2016 wird SpaceX bemannte Testflüge starten. Zudem lässt Musk die Idee eines Superschnellzugs namens Hyperloop einfach nicht los.

Dabei ist klar, dass das musksche Unternehmensimperium noch immer zusammenbrechen kann. Tesla muss erst noch beweisen, dass es wirtschaftlich ist. Das nächste große Risiko steht SpaceX bevor, wenn die Raketen Menschen sicher ins All und zurück transportieren sollen. Ein Unglück bei Richards Bransons Weltraumunternehmen Virgin Galactic kostet im vergangenen Jahr einen Piloten das Leben – und warf das Projekt zurück.

Egal ob in Krisenzeiten oder in Phasen durchschlagenden Erfolgs - sein eigentliches Ziel wird Elon Musk wohl nie aus den Augen verlieren: Den Menschen die Besiedlung des Weltraums zu ermöglichen.

Sterben wolle er im Idealfall auf dem Mars, sagt Musk. „Aber hoffentlich nicht bei der Landung.“

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