Energiekonzern Ausstieg von RWE bei Nabucco perfekt

Der Essener Energiekonzern RWE hat seine Anteile an dem Gaspipeline-Projekt Nabucco verkauft. Die Anteile seien Anfang März wie angekündigt an den österreichischen Konzern OMV veräußert worden.

Kuriose Nebengeschäfte der Großkonzerne
Eine Vorliebe für Altes scheint man beim Energiekonzern Eon zu haben. Das mittelalterliche Schloss Oefte in der Nähe von Essen ging 1940 an das Hydrierwerk Scholven AG, das nach einigen Jahren und Fusionen schließlich zum Energieriesen Eon anwuchs. Trotz zahlreicher Einsparungen bestand der ehemalige Eon-Chef Ulrich Hartmann darauf, die Anlage samt Schlosspark zu behalten. Ein Golfclub hat das Schloss gepachtet. Quelle: Creative Commons-Lizenz
Eigentlich investiert Eon in neue Anlagen. Mit dem Kraftwerk Ulrich Hartmann steht in Irsching das Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk mit dem weltweit höchsten Wirkungsgrad. Quelle: AP
Die Netzgesellschaften der RWE Deutschland-Gruppe betreiben insgesamt 342.000 Kilometer Strom-, 38.000 Kilometer Gas- und 9.100 Kilometer Wassernetz in der Bundesrepublik. Der Energieversorger erweitert und modernisiert sein Stromverteilnetz laut eigenen Angaben mit rund zwei Milliarden Euro pro Jahr. Doch der Konzern betreibt noch ein weiteres Geschäft in luftigen Höhen... Quelle: Presse
RWE gehören drei Bergbahnen. Diese sind mit der Elektrifizierung historisch verbunden. Als der bayerische Unternehmer Otto von Steinbeis 1912 eine der Bahnen bauen ließ, plante er auch gleich ein Wasserkraftwerk zur Stromversorgung dazu. Die Wasserkraft wurde ein Geschäftszweig der Bahngesellschaft. Über Fusionen und Übergaben landeten die Erbstücke schließlich bei RWE. Quelle: Presse
Aspirin ist das wohl bekannteste Produkt des Chemiekonzerns Bayer. Im Jahr 2011 erwirtschaftete das Unternehmen einen Gesamterlös von rund 36,5 Milliarden Dollar. Doch Bayer hat sich nicht nur als Pharmaspezialist einen Namen gemacht. Quelle: dpa
Es war im Jahr 1983 als die Redaktion des Magazins „Stern“ glaubte, mit der Veröffentlichung der vermeintlichen Hitler-Tagebücher einen Riesencoup gelandet zu haben. Auf Anfrage des Bundeskriminalamtes stellten Bayer-Mitarbeiter fest, dass das Blankophor, das in den Tagebüchern als Papier-Weißtöner benutzt worden war, vor dem zweiten Weltkrieg höchstens im Versuchsstadium war und nicht auf dem Markt zu finden gewesen sein konnte. Rund sechseinhalb Kilometer Aktenmaterial wurden durchforstet. Letztlich haben die Bayer-Mitarbeiter einen entscheidenden Teil zur Entlarvung der Fälschung beigetragen. Quelle: dpa
Die Münchener Schörghuber-Gruppe hat in den vergangenen sechs Jahrzehnten ihr Geld mit Getränken, Immobilien, Hotels und Flugzeugleasing verdient. Zu den bekanntesten Produkten gehört das Bier Paulaner. Die Unternehmerin Alexandra Schörghuber hat sich zum bunten Portfolio ein weiteres, besonders exotisches Geschäft ausgesucht... Quelle: AP
...die Fischzucht. Atlantiklachs, Pazifiklachs und Lachsforelle werden in der Meerwasserstation in Ventisqueros, Chile gezüchtet. Immerhin produziert der Betrieb rund 20.000 Tonnen Fisch im Jahr. Der landet vor allem auf den Tellern der Chinesen und Japaner. Will das Management aus München den 1.300 Mitarbeitern in Südamerika mal auf die Finger schauen, müsste es knapp 26 Stunden reisen. Quelle: Presse
Der bayerische Chemiekonzern Wacker ist Weltmarktführer bei der Produktion des Festharzes Polyvinylacetat. Das Harz wird bei der Produktion von Parkettklebern bis zu Verpackungslacken verwendet. Gleichzeitig ist es Ausgangsstoff für ein Produkt, das man nicht unbedingt mit dem Konzern verbindet. Quelle: Presse
Die Produktion von "Gumbase", des Grundstoffes für Kaugummi bringt dem Konzern Wacker einen stetigen Aufwärtstrend. Die jährliche Wachstumsrate zwischen 2002 und 2011 bei der Herstellung von Kaugummirohmasse betrug rund acht Prozent. Allein in der 2013 in Betrieb gehenden Anlage im chinesischen Nanjing können jährlich bis zu 20.000 Tonnen dieser Rohmasse hergestellt werden. Quelle: Presse
Der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble erwirtschaftet mit Marken wie Oral-B, Gillette oder Pampers mehrere Milliarden Dollar. Allein im Geschäftsjahr 2011/2012 waren es weltweit knapp 84 Milliarden. So gönnt sich der Konzern abseits von Windeln & Co. eine glamouröse Show... Quelle: AP
Das Tochterunternehmen Procter & Gamble Entertainment produziert Fernsehfilme, veranstaltet Schönheitswettbewerbe oder den alljährlichen "People´s Choice Award", der Hollywood-Größen wie Sandra Bullock lockt. Die Show läuft seit 38 Jahren und hat rund drei Millionen Zuschauer. Zusätzlich gibt der Konzern nochmal mehr als sieben Milliarden Dollar im Jahr für Werbung aus. Quelle: REUTERS
Die größte Fluggesellschaft Deutschlands konnte im vergangenen Jahr ihren Umsatz steigern. Allein von Juli bis September 2012 steigerte die Lufthansa ihren operativen Gewinn um 6,2 Prozent auf 648 Millionen Euro - dank Nebengeschäften. Quelle: Presse
Die hundertprozentige Tochter LSG Sky Chefs, weltführender Anbieter von Airline Catering und Dienstleistungen im Bordservice, ist dabei besonders profitabel. Das Unternehmen beliefert mehr als 300 Airlines in 52 Ländern und produziert rund 490 Millionen Flugmahlzeiten pro Jahr. Trotz einem Umsatz von 2,3 Milliarden, will Lufthansa-Chef Christoph Franz noch in diesem Jahr 49 Prozent des Unternehmens veräußern. Quelle: Presse
Die BASF-Gruppe ist der größte Chemiekonzern weltweit. Im Werk in Ludwigshafen wurde 1951 Styropor entwickelt. Zu den weiteren Erzeugnissen gehören Uvinul, ein Lichtschutzmittel, Buna, ein synthetischer Kautschuk oder Superabsorber, eine wasseraufsaugende Substanz in Windeln. Doch das Unternehmen lockt auch Genießer an. Quelle: Presse
"Die emotionale Visitenkarte des Unternehmens", nennt Weinkeller-Leiter Joachim Spies den hauseigenen Weinkeller der BASF. Pro Jahr werden bis zu 800.000 Flaschen Wein verkauft. Damit ist die BASF einer der führenden Weinhändler in Deutschland. So rechnet sich das schöne Hobby der Konzerns auch nebenbei. Ein Sitz in der BASF-Weinkommission zählt zudem zu den begehrtesten Posten im Konzern. Acht Führungskräfte aus dem Hause treffen sich zu erlesenen Verkostungen, gehen gelegentlich auf Reisen beispielsweise ins ferne Sizilien, um vor Ort die Gewächse eines gewissen Giuseppe Vita zu probieren. Quelle: dpa
Das US-amerikanische IT- und Beratungsunternehmen IBM ist eigentlich als weltweit führender Hersteller für Hardware, Software und Dienstleistungen im IT-Bereich bekannt. Die schlauen Köpfe im Unternehmen beschäftigen sich aber auch gerne mit anderen Themen... Quelle: dpa
...der Biotechnologie zum Beispiel. Zwar sind die Supercomputer mit mehr als 1.000 Billionen Rechenschritten pro Sekunde die Zugpferde des Unternehmens, doch IBM drängt aufgrund der hohen Anzahl seiner Patente in der Biotechnologie in neue Geschäfte. Quelle: dpa

Durch die geplante fast 4000 Kilometer lange Pipeline soll Gas aus Asien nach Europa strömen. Die Trasse umgeht Russland, das seinerzeit mit dem Konkurrenzprojekt South Stream bereits begonnen hat. Experten sehen die Chancen für die von der EU unterstützte, aber noch in der Planung stehende Nabucco-Pipeline skeptisch. Die Sprecherin, die am Sonntag den Verkauf bestätigte, äußerte sich nicht zum Verkaufspreis. An Nabucco sind jetzt neben dem österreichische Öl- und Gaskonzern noch die ungarische MOL, die türkische Botas, BEH aus Bulgarien und die rumänische Transgaz beteiligt. Es sei jedoch wahrscheinlich, dass sich die endgültige Aktionärsstruktur noch ändere, sagte der OMV-Sprecher.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

OMV habe den RWE-Anteil von knapp 17 Prozent übernommen. Die Beteiligung sei am 1. März übertragen worden.
Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ schreibt, dass mit dem Ausstieg von RWE aus dem Nabucco-Konsortium der frühere Außenminister Joschka Fischer einen Kunden verloren habe. Er war für RWE als Berater für das Projekt tätig.

RWE hatte seinen Ausstieg vor einigen Monaten angekündigt, da trotz jahrelanger Planungen die Gaslieferanten bislang nur begrenzte Mengen für die Pipeline in Aussicht gestellt hätten. Zudem will sich der unter der Atomwende leidende Konzern die Kosten für den Bau der Pipeline sparen.
Das milliardenschwere Pipepline-Projekt bewirbt sich um den Zuschlag für den Transport von Gas aus Aserbaidschan nach Europa. Ob das Gas dabei durch die längere Nabucco-West-Pipeline über den Balkan nach Österreich oder die kürzere TAP-Röhre teilweise unter dem Meer nach Italien fließt, soll in den kommenden Monaten entschieden werden.

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