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Energieversorger RWE will neue Geschäftsfelder erschließen

Nachdem das Strom-Geschäft deutlich eingebrochen ist, sieht sich RWE nach neuen Ertragsbringern um. Der Essener Energieversorger denkt über Kooperationen in der Energietechnik nach – auch außerhalb Europas.

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Der sogenannte RWE-Tower, Zentrale von RWE: Der Essener Energiekonzern denkt über Kooperationen in der Energietechnik nach. Quelle: dpa

Essen Der Energieversorger RWE will nach der Partnerschaft mit Google sein Geschäft zur Vernetzung von Elektrogeräten mit weiteren Bündnissen vorantreiben. „Wir können uns sehr gut vorstellen, in diesem Bereich mit weiteren Unternehmen zu kooperieren“ sagte Strategiechef Thomas Birr der Nachrichtenagentur Reuters. RWE hatte in der vergangenen Woche eine Vereinbarung mit dem US-Konzern geschlossen.

Danach vertreibt RWE in Großbritannien Heizungsregler der Google-Tochter Nest und erhält im Gegenzug einen Teil des Umsatzes. RWE gehört mit 3,6 Millionen Kunden zu den größten Versorgern in Großbritannien. Die Kooperation soll auch auf andere Länder erweitert werden. RWE sucht fieberhaft nach neuen Ertragsbringern, nachdem das Geschäft mit der Stromerzeugung eingebrochen ist.

Der Konzern setzt dabei auf Energiedienstleistungen, die Steuerung von Elektrogeräten im Haushalt (Smart Home) und ähnliche Geschäfte. Vorstandschef Peter Terium rechnet damit, dass dieser Markt gegen Ende des Jahrzehnts ein Umsatzvolumen von 50 Milliarden Euro hat. Der Essener Versorger will über seinen Strom- und Gasvertrieb Geräte an die Kunden bringen, mit denen diese aus der Ferne die Heizung, das Licht oder die Waschmaschine steuern können.

Zu den Partnern gehören auch Philips und Bosch. RWE hat nach eigenen Angaben mehrere Hunderttausend Smart-Home-Geräte verkauft. Der Preis für diese liegt bei 30 bis über 300 Euro. Die Milliardeneinbußen in der Stromerzeugung wird der Konzern damit allerdings nicht wettmachen können.

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    Nordafrika und Golfregion könnten Thema werden

    Birr leitet seit September 2009 die Konzernstrategie des Versorgers, der durch die Energiewende unter Druck geraten ist. Anders als der Konkurrent E.ON sucht RWE sein Heil nicht im Betrieb von Kohle- oder Gaskraftwerken in der Ferne. „Es stellt sich die Frage, wo in der Welt man auf RWE wartet. Geht es um den Betrieb konventioneller Kraftwerke in China oder Brasilien oder Ähnliches, da würde ich sagen: Das kann es eigentlich für uns nicht sein.“

    Der 48-Jährige hat aber bereits Geschäfte im Blick, die RWE erst in einigen Jahren aufnehmen könnte. „Der Sonnengürtel Nordafrika, die Golfregion wäre beispielsweise ein interessanter Markt.“ Ein Einstieg dort sei aber noch nicht absehbar. „Ökostromprojekte in der Golfregion könnten ein Thema für uns werden.“

    Dabei gehe es um die Beratung von Unternehmen, nicht darum, eigene Anlagen aufzustellen. „Es geht um Know-how, Bauaufsicht, Projektmanagement, Inbetriebnahme und ähnliche Themen. Es könnte sein, dass wir gegen Ende des Jahrzehnts mehr gemacht haben.“ Im Gegensatz zu E.ON hält RWE auch an dem Wüstenstromprojekt Desertec fest.

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