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Erfolgreicher Erstflug der Falcon 9 Block V Space X will dieselbe Rakete in 24 Stunden zweimal starten

Die Falcon 9 Block V hat ihren Jungfernflug bestanden. Die stärkste Space X-Rakete soll bald Astronauten ins All bringen und sogar zweimal innerhalb von 24 Stunden starten können. Das wäre eine dramatische Geldersparnis.

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Space X hat am Freitag von Florida aus seine stärkste Rakete erfolgreich ins All geschickt. Sie wäre jetzt in der Lage, Astronaten zu transportieren. die Zulassung für den Personentransport soll noch 2019 erfolgen. Quelle: AP

San Francisco Es dauerte nur wenige Minuten: Um 16.14 Uhr Ostküstenzeit hob am Freitag die überarbeitete Falcon 9 Block V vom Kennedy-Raumfahrtcenter in Florida ab, und nur gut zehn Minuten später landete die erste Raketenstufe, der „Booster“, wieder sicher auf einer Plattform im Atlantik. Es sind diese Erfolgsmomente, die den Multi-Unternehmer Elon Musk, Gründer von Space X und der Autofirma Tesla, wieder aufbauen, wenn es an den Fertigungsstraßen des Tesla Modell 3 in Kalifornien mal wieder nicht so läuft wie es soll und er Wertpapieranalysten in Telefonkonferenzen rüde abkanzelt.

Doch am gestrigen Donnerstag war er in einer Telefonkonferenz voll in seinem Element. Die Falcon 9 in der jüngsten Version stellt den Abschluss der Falcon 9-Serie dar. Sie wird in der Lage sein, auch die Dragon Crew-Kanzel mit Astronauten zur Space Station zu transportieren und die höchsten Sicherheitsanforderungen von NASA und Air Force zu erfüllen, verkündete er vor Journalisten. Damit steigt Space X dann in die Königsklasse der Raumfahrt auf. Die Regularien besagen, dass eine identische Version einer Rakete siebenmal erfolgreich gestartet worden sein muss, um diese Zulassung zu erreichen. Die Ablieferung eines Telekommunikationssatelliten im Orbit im Auftrag von Bangladesh war am Freitag der erste dieser Läufe. Eigentlich hatte er schon am Donnerstag stattfinden sollen, musste aber einen Tag verschoben werden.

Wenn es nach Musk ginge, könnte die Testserie sogar extrem schnell abgewickelt werden. Sein Ziel ist es, den wiederverwendbaren Teil ein und derselben Falcon 9 zweimal hintereinander innerhalb von 24 Stunden starten zu lassen. Theoretisch sei das schon heute möglich. Die Ironie dabei, scherzt er gut aufgelegt, sei, dass man heute „die Rakete zerlegen müsse um zu beweisen, dass man sie nicht hätte zerlegen müssen.“ Die Block V-Raketen sollen jetzt einem rigorosen Testprogramm unterzogen werden. Gegen Ende des kommenden Jahres hoffe er, den Beweis antreten zu können:. Die Rakete wird nur wieder befüllt, um die fehlenden Teile und die Nutzlast ergänzt und wieder ins All geschossen. Da der wiederverwendbare Teil laut Musk rund 60 Prozent der Kosten eines Raketenstarts darstellen, wären die Kostenersparnisse zur Konkurrenz erheblich. Erst nach dem zehnten Flug soll die Falcon 9 dann zu einer planmäßigen Wartung. Musk hat immer wieder betont, dass erst die Wiederverwendbarkeit der Flugzeuge kommerzielle Luftfahrt möglich gemacht habe. Das müsse in der Raumfahrt ebenfalls möglich sein. Erst nach einhundert Missionen soll eine Falcon 9 dann ausgebrannt sein.

Mit dem jüngsten Start der Space X-Rakete ist Musk seinem Ziel ein Stück näher gekommen. Bislang konnte Space X zwar 25-mal Booster erfolgreich landen, aber jeweils nur einmal wiederverwenden. Nach 18 erfolgreichen Starts in 2017 ist das Ziel jetzt 36 Missionen in diesem Jahr zu erfüllen, neun waren es seit Januar.

Überhaupt erwartet Musk einen Bewußtseinswandel in den Köpfen der Menschen: Bei Verkehrsflugzeugen erwarteten die Menschen heute geradezu, in einer gut erprobten Maschine zu fliegen, die schon viele Flüge hinter sich habe. In „Rocketland“ sei das ganz anders. Da zähle nur das neueste Modell und eine brandneue Rakete. Aber das werde sich mit der Zeit auch ändern. Und dann will Musk mit Space X und seiner Falcon 9 zur Stelle sein.

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