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Erneuerbare Energien Trump wütet gegen deutsche Windkraft

Subventionsfresser, Vogelmörder, „ästhetisches Desaster“: Donald Trump hasst Windräder. Jetzt zürnte der designierte US-Präsident gegen Anlagen von Herstellern wie Siemens. Die deutsche Ökostrombranche reagiert gelassen.

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Der designierte amerikanische Präsident Donald Trump Quelle: dpa

Donald Trump verabscheut Windräder. Bei einem Besuch in der Redaktion der amerikanischen Tageszeitung New York Times wetterte der künftige Präsident der Vereinigten Staaten erneut gegen Ökostromanlagen. „Ich habe ein Problem mit Wind“, sagte Trump. „Windmühlen töten Vögel und Windmühlen benötigen massive Subventionen.“ Der Immobilienunternehmer ist davon überzeugt, dass sich Windenergieanlagen, die teils 200 Meter hoch in den Himmel ragen, ohne staatliche Fördergelder überhaupt nicht rechnen würden.

„Das stört mich, und sie töten all die Vögel“, erklärte Trump. Zudem würden die Anlagen „aus enormen Mengen Stahl hergestellt, das in die Atmosphäre geht“, sagte Trump. Was den politischen Quereinsteiger aber offenbar am meisten empört: „Wir stellen die Windmühlen nicht in den Vereinigten Staaten her. Sie werden in Deutschland und Japan gefertigt“, so Trump.

Auf den Hinweis des New York Times-Kolumnisten Thomas L. Friedman, dass beispielsweise der US-Industriekonzern General Electric in einer großen Fabrik in South Carolina Windturbinen herstellt, erklärte Trump: „Das ist gut. Aber […] Siemens und die Chinesen machen die meisten davon.” Trump betonte, dass er Windmühlen nicht subventionieren will – und wohl schon gar keine Anlagen aus Deutschland.

Darum hat Trump gewonnen

Siemens wollte sich auf Handelsblatt-Anfrage nicht zu den Aussagen von Trump äußern. Siemens-Chef Joe Kaeser betonte nach dem Wahlerfolg von Trump aber, dass er sich „auf eine weiterhin vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der neuen US-Administration“ freue. Der Münchener Dax-Konzern beschäftigt in Amerika mehr als 50.000 Mitarbeiter, dazu zählen auch hunderte Beschäftigte im Windenergiebereich. Siemens fertigt etwa Rotorblätter in Fort Madison und Iowa sowie Maschinenhäuser für Windkraftanlagen in Hutchinson und Kansas.

Deutsche Unternehmen zählen insgesamt zu den führenden Herstellern von Windkraftanlagen. Neben Siemens könnten deswegen nun auch für die beiden Hamburger Turbinenbauer Nordex und Senvion in Amerika schwierige Zeiten anbrechen. Laut der Unternehmensberatung Ernst & Young sind die Vereinigten Staaten noch das attraktivste Land für Investitionen in Ökostrom überhaupt. Unter Trump als Präsident könnte sich das allerdings schnell ändern.

Das ist der Trump-Clan
Der 45. Präsident der USA heißt Donald Trump, die First Lady Melania. Für den Wahlsieger spielte seine Familie eine wichtige Rolle im Wahlkampf – und tut es auch während der Präsidentschaft noch. Denn Donald Trump misstraut den meisten politischen Beratern. Nur seine engsten Angehörigen dürfen ihm die Meinung sagen und Ratschläge geben. Quelle: REUTERS
Ivanka Trump Quelle: AP
Donald Trump Jr Quelle: AP
Tiffany Trump Quelle: REUTERS
Tiffany Trump Quelle: REUTERS
Eric Trump Quelle: AP
Seine Ehefrau Lara Yunaska stand ihm bei jeder Wahlkampfveranstaltung seines Vaters zur Seite. Eric ist der Sohn von Ivana Trump, Trumps erster Ehefrau. Im Jahr 2012 wurde Eric vom „Forbes“-Magazin zu einem der Top 30-Immobiliengurus gekürt. Er leitet gemeinsam mit seinen Geschwistern das Trump Imperium und ist Gründer. Quelle: REUTERS

Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands Windenergie, gibt sich allerdings betont gelassen. „Präsident Trump ist noch in der Findungsphase. Warten wir ab, wer ihn energiepolitisch beraten wird“, sagte Albers dem Handelsblatt. „Die Erneuerbaren sind heimische Energien, die sein Ziel einer Stärkung der US-Wirtschaft und der Beschäftigung eigentlich stützen. Das sollten wir mit den Amerikanern besprechen“, erklärte Albers.

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