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Etikettenstreit "Made in Germany" in Gefahr

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Künftig weniger "Made in Germany"

Die wertvollsten deutschen Marken
Eine Mitarbeiterin zeigt im Produktionswerk der Beiersdorf AG in Hamburg eine Nivea-Dose. Quelle: dpa
Porsche Boxter S Quelle: REUTERS
Logo der Allianz-Versicherungen Quelle: dpa
Der Vorstandsvorsitzende der adidas AG, Herbert Hainer Quelle: dapd
Das Audi-Logo von einem Audi A8 Quelle: dpa
Ein Mitarbeiter der Volkswagen AG poliert im VW-Werk in Wolfsburg ein Logo am Kühlergrill Quelle: dpa
Der Schriftzug des Technologiekonzerns Siemens Quelle: dpa

„Es würde weniger "Made in Germany" geben, obwohl deutsches Design oder Erfinderkunst dahinterstecken.“ Wie auch der DIHK fürchtet er Belastungen vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen. Schließlich dürfte das Gütesiegel nur noch auf Artikel prangen, die überwiegend in Deutschland gefertigt wurden. Kommen zig Einzelteile von Zulieferern aus Billiglohnländern, kann sich der Hersteller das "Made in Germany"-Etikett abschminken.

Deshalb unterstützen einige EU-Staaten Ferber zufolge die neuen Regeln, weil sie „Druck auf die Produzenten ausüben“ wollten, um Arbeitsplätze zu halten. Das Sigel „Made in Italy“ etwa könne so zum Ansporn für die italienische Textilindustrie werden, weiterhin in der Heimat zu produzieren. Auch Vincent Tilman vom europäischen Handelskammer-Dachverband Eurochambres in Brüssel sieht die Länder entlang von Handelsinteressen gespalten: „Diejenigen, die sehr stark Handel treiben, sind eher gegen die Vorschläge, und diejenigen, die stärker selbst produzieren, sind eher dafür.“

Industrie



Der ganze Ärger um das „Made in“-Siegel ist nach Ansicht von Europaparlamentarier Ferber aus Verbrauchersicht ohnehin nicht der Knackpunkt der geplanten neuen Gesetzgebung. Die soll nämlich eigentlich die Position der Kontrollbehörden stärken, die im Bedarfsfall die Quelle minderwertiger oder gar gefährlicher Waren ausfindig machen. „Das Thema Marktüberwachung ist von entscheidender Bedeutung.“

Das sieht der europäische Verbraucherverband Beuc ganz genauso: „Lückenlose Rückverfolgbarkeit ist das A und O einer effektiveren Marktüberwachung und verbesserten Produktsicherheit für Verbraucher“, erklärt Beuc-Direktorin Monique Goyens. „Dazu gehören in erster Linie die vollständige Angabe der Adresse des Herstellers und Importeurs, eine Seriennummer auf dem Produkt und zusätzliche innovative Produktmarkierungstechnologien wie zum Beispiel RFID (Funk-Chips) in bestimmten Bereichen.“

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