Eurofighter EADS dementiert Kampfjet-Aus in Südkorea

Die Rüstungssparte des EADS-Konzerns zeigt sich überrascht über Medienberichte, nach denen das Eurofighter-Konsortium das Bieterrennen um 60 Kampfflieger für Südkorea bereits verloren habe.

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Südkoreanische Medien hatten am Wochenende unter Berufung auf Regierungsbeamte in Seoul berichtet, dass das Eurofighter-Konsortium Anforderungen für das Angebot nicht erfüllt habe. Südkoreas Bestellung soll sich insgesamt auf 60 Kampfflieger belaufen.

Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS ist an der Eurofighter-Gruppe beteiligt. Ein Sprecher der EADS-Rüstungssparte Cassidian sagte: „Das sind Mediengerüchte, die wir nicht bestätigen“. Das Unternehmen habe ein unkonventionelles, aber ausschreibungskonformes und hochattraktives Angebot vorgelegt. Es stelle eine haushoch überlegene Lösung für Südkorea dar, von der auch die Steuerzahler des Landes profitierten.

Die koreanische Behörde für Rüstungsbeschaffung (DAPA) erklärte hingegen, ein Bewerber sei aufgrund von „Fehlern in den Angebotsdokumenten“ disqualifiziert worden. Details nannte die Behörde jedoch nicht. Die nationale Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, das Konsortium habe die Zahl der teureren Doppelsitzer, die die Ausschreibung vorgesehen habe, von 15 auf sechs reduziert. Damit sollte die Preisvorgabe eingehalten werden.

Die F-35 Lightning II von Lockheed Martin war nach Medienberichten schon vorher nicht mehr im Rennen, weil das Angebot des Herstellers, der ursprünglich mitgeboten hatte, über der Preisvorgabe gelegen hatte. Der US-Rüstungskonzern gibt sich jedoch noch nicht geschlagen. Das Unternehmen gab am Sonntag bekannt, die Offerte für seinen F-35-Flieger gemeinsam mit der US-Regierung weiter aufrecht zu halten.

Schenkt man den Zeitungsberichten glauben, bleibt derzeit Boeing mit dem F-15 Silent Eagle als einziger Bewerber um den Auftrag im Wert von 8,3 Billionen Won (5,6 Mrd Euro) übrig. Nach Auskunft eines Branchenvertreters spielt nicht nur der Preis eine entscheidende Rolle, sondern auch die Einsatzmöglichkeiten der Maschinen. Mitte September solle die Entscheidung über die Vergabe fallen.

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