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Ex-BASF-Manager Büchele löst Reitzle als Linde-Chef ab

Die langwierige Nachfolger-Suche hat ein Ende: Der frühere BASF-Manager Wolfgang Büchele tritt im kommenden Jahr in die Fußstapfen von Wolfgang Reitzle als Chef des Gasekonzerns Linde.

Der scheidende Linde-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Reitzle. Quelle: dpa

Linde präsentiert nach zäher Suche seinen neuen Chef. Der frühere BASF-Manager Wolfgang Büchele löst Wolfgang Reitzle im kommenden Mai ab, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Der 54-jährige Manager arbeitete 20 Jahre für BASF, wechselte dann zu Finanzinvestoren und übernahm erst im vergangenen Jahr die Führung der finnischen Kemira. Mit seinem Wechsel an die Isar geht eine langwierige Nachfolgesuche für den Chef des Industriegasekonzerns zu Ende.

Der 64-jährige Reitzle erreicht 2014 die Altersgrenze und gibt sein Amt ungern auf. Öffentlich klagte er zudem über die Regelung, dass er nicht direkt in den Aufsichtsrat seines Konzern wechseln darf. Reitzle hatte sich einen externen Amtserben gewünscht. Im Rennen waren Kreisen zufolge vorübergehend auch mehrere hochrangige Siemens-Manager.

"Wolfgang Büchele bringt als strategischer Kopf und intimer Kenner der Chemieindustrie beste Voraussetzungen mit, um die erfolgreiche Entwicklung, die Linde unter der exzellenten Führung von Prof. Wolfgang Reitzle in den vergangenen Jahren gezeigt hat, nahtlos und nachhaltig fortsetzen zu können", lobte ihn Linde-Aufsichtsratschef Manfred Schneider.

Reitzles heiße Gerüchteküche
Der Vorstandsvorsitzende der Linde AG, Wolfgang Reitzle Quelle: dpa
Der Vorstandsvorsitzende des Chemieunternehmens Henkel, Kasper Rorstedt Quelle: AP
Martin Brudermüller, Vizechef von BASF Quelle: PR
Joe Kaeser Finanzchef bei Siemens Quelle: dpa
Der Vorsitzende des Unternehmensbereichs Kraftfahrzeugtechnik der Robert Bosch GmbH, Bernd Bohr Quelle: dpa
Ein Mann ist umgeben von Fragezeichen Quelle: Fotolia

Reitzle kam aus der Autoindustrie 2002 zu Linde, nachdem er als Kronprinz bei BMW in Ungnade gefallen war. Er baute den traditionsreichen Konzern in großen Schritten um. Der charismatische Manager mit dem schmalen Schnurrbart und der Vorliebe für feine Kleidung spaltete zunächst das Geschäft mit Gabelstaplern und Kühltechnik ab. Er kaufte in einem kühnen Schritt den größeren britischen Rivalen BOC und zuletzt die US-Firma Lincare und machte Linde damit zum größten Gaseanbieter der Welt noch vor dem französischen Erzrivalen Air Liquide. Reitzle baute zudem das Anlagengeschäft und die Gaseproduktion beim Kunden vor Ort aus und trieb die internationale Expansion voran. Anders als viele andere Chefs von Großkonzernen kam er dabei ohne großangelegte Einschnitte in der Belegschaft aus.

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Reitzle hinterlässt Büchele hohe Ziele. Bis 2016 soll das operative Konzernergebnis von Linde auf mindestens fünf Milliarden Euro von zuletzt rund 3,7 Milliarden Euro steigen. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital soll um vier Prozentpunkte auf 14 Prozent klettern.

Als Pensionär hat Reitzle unterdessen Zeit, sich seinen Aufsichtsratsmandaten zu widmen. Er steht an der Spitze des Kontrollgremiums von Continental und will 2014 den Verwaltungsratsvorsitz beim Schweizer Zementherstellers Holcim übernehmen. Zudem gilt er als heißer Kandidat für die Nachfolge von Gerhard Cromme als oberster Siemens-Aufseher, sollte der 70-Jährige eines Tages seinen Posten räumen.

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