Fahrradhersteller Mifa Maschmeyer und Claassen verlieren Machtkampf um Mifa

Beim insolventen Fahrradhersteller Mifa behält der Insolvenzverwalter das Kommando. Die Gläubiger und zwei Gerichte degradieren Utz Claassen und Carsten Maschmeyer de facto zu Statisten.

Elektrofahrräder der Mifa Quelle: dpa

Das Promi-Tandem Carsten Maschmeyer und Utz Claassen muss sich beim insolventen Fahrradhersteller Mifa künftig mit einer Statistenrolle bescheiden. Nach Informationen der WirtschaftsWoche hat das Landgericht Halle am Montag eine Beschwerde zurückgewiesen, die nach Angaben aus dem Unternehmensumfeld zuvor maßgeblich von Mifa-Aufsichtsrat Claassen vorangetrieben worden war.

Zum Schutz der Gläubiger bleibt das Unternehmen demnach weiter unter Kontrolle des vorläufigen Insolvenzverwalters Lucas Flöther. Eine Rückkehr zur Eigenverwaltung durch das Management ist vom Tisch. Vorausgegangen war ein bühnenreifer Kampf um die Macht in Sangerhausen.

Ursprünglich sollte Mifa über einen Schuldenverzicht der Anleihegläubiger saniert werden. Die Aktienbesitzer hätten zudem zustimmen sollen, dass sie in Folge einer Kapitalerhöhung künftig nur noch ein Prozent des Unternehmens besitzen.

Neuer Großaktionär wäre der indische Weltmarktführer Hero Cycles geworden, der 15 Millionen Euro investieren sollte. Als sich Hero Cycles überraschend zurückzog, meldete Mifa Insolvenz an, beantragte dabei aber ein so genanntes Eigenverwaltungsverfahren, bei dem das Management das Unternehmen in Eigenregie wieder auf Kurs bringen soll.

Von diesen Bikes träumen Fahrrad-Fans
Specialiced S-Works McLaren Venge: Eigentlich kennt man den Namen der britischen Motorsport-Manufaktur McLaren ja aus der Formel 1. Doch die Ingenieure und Techniker bauen auch scharfes Zweirädriges, dass durch den Straßenverkehr schneidet, wie ein heißes Messer durch die Butter. Diese reinrassige Rennmaschine wurde im Frühjahr 2011 präsentiert, Matt Goss gewann darauf den Klassiker Mailand - San Remo. Jedes Detail des Karbonrads wurde kompromisslos auf Speed getrimmt, das hat seinen Preis: 14.999 Euro für die von McLaren nochmals gewichtsreduzierte und versteifte Variante des Venge. Dafür bekommt man genau 6,4 Kilo Rad. Quelle: PR
e-GOist RS:Hasip Girgin war viele Jahre Assistant Chief Designer bei Mazda Europe. Jetzt kann man sich von ihm in Handarbeit ein sehr individuelles Hight-Tech-Bike bauen lassen. Das e-GOist RT, oder die hier abgebildete RS-Version. Gemeinsam sind Sport- und Tourenmodell die auffälligen Lederapplikationen, und die fast unsichtbare Integration des Akkus ins Zentralrohr des Rahmens. Die Technik des rund 11 Kilo schweren Rads kommt ganz überwiegend von Campagnolo, superleichtes Titan findet sich an Rahmen, Gabel, Vorbau, Lenker, Speichen, und Schrauben.Unter dem 60 Gramm leichten Manufaktursattel zeigen handbemalte Schriftzüge, Seriennummer und Kundeninitialen ein wenig Besitzerstolz. Der 250 Watt starke Hinterradnabenmotor schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h und 30 km Reichweite. Mit ultraleichten Schläuchen und Rennradreifen ausgestattet ist der Preis nur noch eine Sache der individuellen Lederwahl, - und der persönlichen Anfrage.
Schindelhauer ThinBike:Das gefällt uns so gut an dem reinweißen Kettenriemen-Rad, das es sich dünne macht. Dank besonderer Klappmechanismen werden die Pedale und der Lenker des Alu-Velos einfach platzsparend eingeschlagen. Als puristisches Urban Bike mit 24 Zoll verfügt es über eine spezielle 2-Gang-Automatik-Getriebenabe. Über 15 km/h schaltet es automatisch einen Gang höher, bzw. unter 15 km/h wird ohne Betätigung eines Hebels zurückgeschaltet. Wer damit leben kann, darf sich einzig und allein auf den Verkehr konzentrieren. Schönes Detail: In die Sattelstütze sind fünf rote LED-Rücklichter integriert. Preis: 1.150 Euro. Quelle: PR
PG BlackBraid:Dass es nicht für den reinen Wettbewerb optimiert wurde, verrät der Single-Speed-Riemenantrieb des futuristischen Rads von PG Bikes. Durch den Einsatz geflochtener Kohlefaser bei einem einzigartigen Rahmendesgin mit einer einzigen Sitz- und Kettenstrebe entsteht ein Gewicht von nur 5 Kilo. Zum Vergleich: Das Rad, mit dem Bradley Wiggins 2012 die Tour de France gewann, wog rund 7 Kilo. Preis: Auf Anfrage. Quelle: PR
Creme Vinyl DopioFür immer mehr urbane Radfahrer heißt es : „Weniger ist mehr“. Traditionelle Materialien wie Stahl, Chrom und Leder lassen den Retrokult der Rennrad-Tradition wieder aufleben. Schlichte und traditionsbewusste Räder überzeugen ihre Besitzer mit klassischen Linien. So auch das Creme Vinyl Dopio. Der Rahmen des Rades besteht aus einem doppelt konifizierten Stahlrohrsatz von Tange, der Sattel ist der Klassiker Rolls von Selle San Marco. Gesamtgewicht liegt bei 10,1 Kilogramm, der Preis bei 699 Euro. Quelle: PR
Specialized S-Works TandemSpecialized hat ein Tandem Konzeptrad entwickelt, das einige Besonderheiten in sich vereint. Der vordere Fahrer hat zwar kein Kettenblatt, aber Pedalarme, die aus dem Tretlager ragen. Die Verbindung der beiden Kurbeln verläuft im Rahmen und wird über eine Antriebswelle gelöst. Außerdem sind alle Kabel im Rahmen verlegt. Selbst der Tacho ist plan im Rahmen integriert. Die Sattelstütze und der Sattel sind ungewohnt am Stück montiert. Quelle: PR
Strida LTKlappräder sind absolut im Trend, um zum Beispiel im städtischen Berufsverkehr schneller zwischen Bus- und Bahnwechseln von A nach B zu kommen. Daher ist die Dauer des Faltvorgangs ein starkes Kriterium. Beim Strida LT dauert das Falten - allerdings ohne das Einklappen von Lenker und Pedale - gerade einmal drei Sekunden. Dann kann man es bereits bequem platzsparend weiter schieben. Testberichten zufolge ist der auffällige, dreieckige Rahmen komfortabel. Der Fahrer sitzt erstaunlicherweise wie maßgeschneidert aufrecht auf dem Fahrrad. Ein Gang am Fahrrad ermöglicht eine Geschwindigkeit von 17km/h bis etwa 22km/h. Das Rad kostet circa 500 Euro. Quelle: PR

Zunächst stimmte das Amtsgericht Halle dem Plan auch zu. Doch bei den zentralen Gläubigern des Unternehmens regte sich Widerstand. Schon bei der Einsetzung des Handelsexperten Thomas Mayer als Mifa-Vorstandschef sollen sich einzelne Gläubiger übergangen gefühlt haben.

Das sind die deutschen Diebstahlhochburgen
Besonders in Studentenstädten verzeichnet die Studie eine hohe Anzahl von Fahrraddiebstählen. Dass besonders die jungen Akademiker kriminell werden, wäre allerdings ein Trugschluss: Wo tausende junge Menschen studieren, ist das Fahrrad ein Hauptfortbewegungsmittel. Und je mehr Fahrräder es gibt, desto mehr können auch gestohlen werden. Im Jahr 2012 verschwanden 326.159 Fahrräder, meist auf Nimmerwiedersehen. Besonders an öffentlichen Orten und Massenradständern (Foto) gilt es daher, seinen Drahtesel sicher zu vertauen. Quelle: dpa
80. Platz: WuppertalAn der Wupper fährt man Schwebebahn, nicht Fahrrad. Auf 100.000 Einwohner kamen hier im vergangenen Jahr nur 76 Fahrraddiebstähle, also rund 1500 weniger als in der Unistadt Münster. Damit ist Wuppertal in den 80 getesteten Städten die sicherste Fahrradstadt. Quelle: dpa-dpaweb
79. Platz: RemscheidDa die Stadt – genauso wie Wuppertal – im Bergischen liegt, ist dort das Fahrrad nicht das populär Fortbewegungsmittel. In Remscheid (hier die Müngstener Brücke) wohnen 110.000 Einwohner, auf die 88 Fahrraddiebstähle kommen. Eine verschwindend geringe Zahl. Die „Klau-Quote“ ist damit rund 86 Prozent niedriger als im Durchschnitt. Die hügelige Stadt ist damit die zweitsicherste Fahrradstadt Deutschlands. Viel nutzt es den Bürgern allerdings nicht – außer sie wollen besonders fit werden. Quelle: dpa-dpaweb
78. Platz: Hagen„In” Hagen studieren die meisten Studenten Deutschlands – in Wirklichkeit tun sie das von zuhause aus, da in der Ruhrgebietsstadt Die FernUni beheimatet ist. Die „Studentenstadt” zählt 187.000 Einwohner und verzeichnete im vergangenen Jahr offiziell 195 Fahrraddiebstähle. Hagen gilt damit für Radfahrer als „sicher“. Quelle: dpa-dpaweb
77. Platz: PforzheimPforzheim liegt in der Nähe von Karlsruhe, zählt rund 115.000 Einwohner und gilt nicht wirklich als Studentenstadt. Die niedrige Platzierung im Ranking täuscht über eine negative Entwicklung hinweg: Mit 131 Fahrraddiebstählen in 2012 ist die diesbezügliche Kriminalitätsquote um fast ein Drittel gestiegen. Dennoch bekam die Stadt noch das Prädikat „sicher“.
76. Platz: SolingenDie Stadt im Rheinland (hier: Schloss Burg) ist ein sicheres Pflaster für Fahrradfahrer. Dort wurden im vergangenen Jahr nur rund 200 Fahrräder entwendet. Die Stadt liegt damit 80 Prozent unter dem Durchschnitt. Wie viele Reifen mit echten Solinger Messern zerstochen werden, ist übrigens nicht Teil der Statistik. Quelle: dpa
75. Platz: SiegenZugegeben, auf der gewaltigen Siegtalbrücke (Foto), einer der höchsten Autobahnbrücken Deutschlands, sind eh keine Fahrräder zugelassen. Aber auch in der Siegener Innenstadt mit ihrer einmalig steilen Fußgängerzone ist das Fahrrad wohl eher zweite Wahl. Das könnte auch zuletzt ein Grund dafür sein, dass in der Stadt an der Sieg so wenig Fahrräder verloren gehen: 2012 waren es auf 100.000 gerechnet nur 128 gemeldete Diebstähle und damit ein Rückgang von etwa 20 Prozent. Quelle: dpa Picture-Alliance

Sanierung oder keine Sanierung?

Später eskalierte der Konflikt. Der Aufsichtsrat weigerte sich, auf vertraglich fixierte Zustimmungsvorbehalte zu verzichten, über die er im Zweifel Vorstandsentscheidungen hätte ablehnen können. Dies lasse eine massive Einflussnahme des Aufsichtsrats auf das Verfahren erwarten, befand der vorläufige Gläubigerausschuss und intervenierte bei Gericht. In dem Gremium sitzen unter anderem Vertreter der Deutschen Bank und des Kreditversicherers Coface – senken die den Daumen, wird aus der Sanierung ohnehin nichts.  

Das Gericht reagierte prompt. Es hob die wenige Tage zuvor verkündete Eigenverwaltung wieder auf und ernannte den Insolvenzexperten Flöther zum vorläufigen starken Verwalter. Doch damit endeten die Auseinandersetzungen nicht. Im Gegenteil: Der Schlagabtausch gewann an Wucht.

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