Flugzeugbau Das Geschäftsmodell der Triebwerkshersteller wankt

Den Produzenten von Flugzeugtriebwerken drohen Probleme. Unter anderem Angreifer aus China gefährden das Geschäftsmodell von GE, Rolls-Royce und Pratt & Whitney. Wie die Hersteller ihre Gewinnmargen sichern wollen.

Mitarbeiter von Rolls-Royce an einer Turbine Quelle: dpa

Als Chef des Münchner Triebwerksbauers MTU gehört Reiner Winkler zu den wenigen Managern der Flugbranche, die Airbus-Chef Tom Enders beneidet. „Die Profit-Margen unserer Zulieferer liegen meist deutlich über unseren“, klagt Enders.

Während Airbus gut sechs Cent vor Steuern und Zinsen von einem Euro Umsatz übrig behält, schafft MTU neun und die Triebwerkssparte des US-Konzerns General Electric (GE) sogar 20 Cent.

Das könnte sich bald ändern. Bereits jetzt wächst der Wettbewerb. So hat sich Rolls Royce gerade - mit einem dem Vernehmen nach sehr aggressiven Angebot - den Großauftrag der Fluglinie Emirates über mehr als 200 Triebwerke für den Superjumbo A380 gesichert. Der Wert: 9,2 Milliarden US-Dollar. „Doch trotz des hohen Werts wird Rolls damit wohl in den ersten Jahren drauf zahlen“, so ein Insider.

Die großen Triebwerkshersteller

Gefahr aus China

„Das Geschäft steht vor einer Zeitenwende“, sagt Shakeel Adam, Chef der Frankfurter Unternehmensberatung Aviado Partners, die auf die Flugbranche spezialisiert ist.

Zwei Entwicklungen bedrohen die schönen Gewinne. Zum einen hat China angekündigt, einen eigenen Triebwerkshersteller aufzubauen. Das wäre das Ende des heute so lukrativen Oligopols der drei Branchenführer GE, Rolls-Royce in Großbritannien und Pratt & Whitney, einer Tochter des US-Konzerns United Technologies – und würde auch deren großen Zulieferer MTU treffen.

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