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Flugzeugbauer Airbus sichert sich Kampfjet-Deal

Airbus und Dassault: gemeinsame Entwicklung eines neuen Kampfjets Quelle: REUTERS

Die Firma hat zusammen mit Dassault eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet.

Die Flugzeugbauer Airbus und Dassault Aviation arbeiten bei dem geplanten neuen europäischen Kampfjet und weiteren Rüstungsprojekten zusammen. Dazu hätten die beiden Firmen eine entsprechende Absichtserklärung zum "Future Air Combat System" (FCAS) unterzeichnet, erklärten Dassault-Chef Eric Trappier und der für Rüstung zuständige Airbus-Manager Dirk Hoke. Das FCAS-Programm soll ein Kampfflugzeug, Drohnen sowie Kommunikationsinfrastruktur umfassen. Nun warteten die Unternehmen darauf, dass sich Deutschland und Frankreich auf Details einigten und diese bekanntgeben.

Das soll nach Angaben aus Bundeswehrkreisen am Rande der Berliner Luftfahrtausstellung ILA geschehen, die die nächsten Tage in Berlin stattfindet. Die Regierungen der beiden Länder hätten sich grundsätzlich auf die Kernaufgaben des neuen Kampfjets geeinigt, der langfristig den Eurofighter beziehungsweise die Rafale ablösen soll, hieß es. Ein entsprechendes Dokument solle am Rande der ILA unterzeichnet werden.

Die gemeinsame Entwicklung eines neuen Kampfjets ist mit Abstand das größte Vorhaben auf der deutsch-französischen Projektliste, auf die sich die beiden Länder vergangenes Jahr grundsätzlich verständigt hatten. Bei der Eröffnung der ILA hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Bedeutung der deutsch-französischen Zusammenarbeit unterstrichen. Die Messe sei erstmals gemeinsam organisiert worden, sagte Merkel am Mittwoch in Berlin. Vor allem im Verteidigungsbereich arbeiteten beide Länder eng zusammen. "Wir beschaffen gemeinsam Luftfahrzeuge, wir bilden gemeinsame Staffeln, wir führen gemeinsame Auslandsmissionen durch", sagte Merkel: "Von daher ist es nur konsequent, wenn wir auch Ausbildung und Betrieb gemeinsam gestalten." Beide Länder sorgten dafür, dass die Idee einer europäischen Verteidigungsunion mehr und mehr mit Leben erfüllt werde.

Die neuen Kampfjets sollen bis 2035 oder 2040 die Kampfjets Eurofighter und Rafale ergänzen und ersetzen. Nun warte man auf die nächsten Schritte der Politik. Beide Länder hatten vergangenen Sommer grundsätzlich die Entwicklung eines neues Kampfflugzeuges vereinbart. In der Vergangenheit hatten die beiden Länder auf konkurrierende Modelle gesetzt - Frankreich hat seinen von Dassault gebauten Rafale-Jet, Deutschland den Eurofighter von Airbus.

Vor der Entwicklung eines neuen Kampfjets hat Airbus diese Woche auch den Eurofighter in Stellung gebracht, um das in die Jahre gekommene Kampfflugzeug Tornado bei der Bundeswehr ab 2025 abzulösen. Dafür sind auch amerikanische Modelle im Gespräch. Es geht um 90 Flugzeuge.

Auch Boeing buhlt um einen milliardenschweren Auftrag der deutschen Luftwaffe und nimmt beim Lasthubschrauber H-47 Chinook deutsche Partner an Bord. Zehn Firmen sollen bei Auslieferung, Wartung und Training zum Zug kommen, sollte Deutschland Boeing den Auftrag geben.

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