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Flugzeugbauer Embraer streicht wegen Coronakrise noch mehr Jobs

Der Flugzeughersteller aus Brasilien hat im zweiten Quartal einen hohen Verlust gemacht. Nun will Embraer rund 900 weitere Stellen streichen.

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Wie Boeing und Airbus streicht auch der brasilianische Flugzeugbauer Embraer wegen der Coronakrise zahlreiche Arbeitsplätze. Nachdem etwa 1600 Beschäftigte in Brasilien den Konzern im Rahmen von Abfindungsprogrammen bereits verlassen haben, will Embraer die weltweite Belegschaft um weitere 4,5 Prozent verkleinern, wie das Unternehmen am Donnerstag in São José dos Campos mitteilte.

Dies entspreche etwa 900 Stellen im Heimatland des Unternehmens. Insgesamt hatte Embraer etwa 16.000 Mitarbeiter im Land, davon 10.000 in São José dos Campos, dem Hauptsitz.

Embraer begründete den Schritt mit den Folgen der Covid-19-Pandemie für die Weltwirtschaft und dem Scheitern der mehrheitlichen Übernahme von Embraers Regionalflugzeugsparte durch den US-Konzern Boeing. So dürfte sich der weltweite Passagierverkehr kurz- und mittelfristig nicht von der Krise erholen. Die Corona-Krise und der von ihr verursachte Einbruch im weltweiten Passagierverkehr haben diesen Geschäftsbereich besonders heftig getroffen.

Der brasilianische Flugzeughersteller hatte am Mittwoch die Ergebnisse des zweiten Quartals bekanntgegeben, in dem er einen Verlust von 1,6 Milliarden Reais (rund 250 Millionen Euro) verzeichnete. Im ersten Halbjahr betrug das Minus 2,95 Milliarden Reais. Embraer lieferte in diesem Zeitraum 75 Prozent weniger Verkehrsflugzeuge aus als ein Jahr zuvor. Das Unternehmen stellt neben Regionaljets unter anderem Geschäftsreise- und Militärflugzeuge her.

Die Übernahme durch Boeing war im April geplatzt. Um das Geschäft als eigenständigen Bereich abzuspalten, hatte Embraer nach eigenen Angaben Doppelstrukturen aufgebaut, die jetzt nicht benötigt werden. Auch dadurch fallen Arbeitsplätze weg. Boeing begründete die Absage des bereits vereinbarten Deals mit „letztlich erfolglosen“ Verhandlungen über die Bedingungen der Übernahme. Embraer hatte daraufhin rechtliche Schritte gegen den US-Konzern angekündigt.

Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus will wegen der Corona-Krise weltweit rund 15.000 Arbeitsplätze abbauen. Boeing hat angekündigt, die Zahl seiner Beschäftigten um rund zehn Prozent zu reduzieren, was ungefähr 16.000 Stellen entsprechen würde. Ende Juli signalisierte das Management, dass noch tiefere Einschnitte notwendig werden dürften.

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