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Forschung ausbauen General Electric plant Zukäufe in Deutschland

Der neue Deutschland-Chef der Medizintechnik- sparte von General Electric will hierzulande die Forschung ausbauen und sucht Partner-Unis.

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Volker Wetekam Quelle: Presse

WirtschaftsWoche: Weltweit trüben sich die Konjunkturaussichten ein. Wie wirkt sich das auf Ihr Geschäft aus?

Wetekam: Gar nicht. Mich überraschen die Nachrichten unserer Wettbewerber. Während andere sparen, wollen wir in Deutschland investieren, denn unser Geschäft dort wächst, in manchen Bereichen wie der Schnittbilddiagnostik sogar zweistellig. Darum werden wir in diesem Jahr in Deutschland mehr als 100 neue Mitarbeiter einstellen. Das sind primär Ingenieure, Physiker und Informatiker.

Zusätzlich zu den 200 Forschungsingenieuren, deren Einstellung General Electric (GE) gerade angekündigt hat?

Ja, zusätzlich.

Erfolgreiche Industrie-Dax-Konzerne
Platz 10: SAP Quelle: dpa
Platz 9: Bayer Quelle: dpa
Platz 8: Deutsche Telekom Quelle: dapd
Top 7: Siemens Quelle: REUTERS
Top 5: RWE Quelle: REUTERS
Platz 5: E.On Quelle: dpa
Top 4: Daimler Quelle: REUTERS

Sie sind seit Juli im Amt. Was wollen Sie anders machen als Ihr Vorgänger?

Bisher haben wir uns in Deutschland vor allem auf den Vertrieb und den Service unserer Produkte konzentriert. In Zukunft werden wir in Deutschland die Forschung und Entwicklung ausbauen. Bei der Entwicklung in den Bereichen Kernspintomografie und Computertomografie wollen wir enger mit Universitätskliniken zusammenarbeiten. Solche Kooperationen haben wir in der Vergangenheit nicht erfolgreich genug geführt. Sie sind aber sehr wichtig, weil man dort die Anforderungen an neue Produkte kennenlernt.

In welchen Bereichen wollen Sie in Deutschland wachsen?

Bei der Ultraschalldiagnostik sind wir klar Marktführer. Bei Kernspin- und Computertomografie dagegen liegen wir in Deutschland weit unter unseren globalen Marktanteilen. Besonders im High-End-Segment wollen wir dort unsere Anteile verdoppeln, zum Teil auch verdreifachen.

Der Unterschied zu Siemens

Die schlechtesten zehn Dax-Aufsichtsräte
Note 3,0 - Rang 18. Der Aufsichtsrat der Deutschen Börse kann laut Ranking in Sachen Investmentexpertise punkten. Die Kehrseite der Medaille: Fast alle Aktionärsvertreter sind Vertreter von Investmentfirmen und haben kaum Erfahrung im Management und in operativen Funktionen. Quelle: dpa
Note 3,0 - Rang 18. Gleichauf mit der Deutschen Börse sieht die Studie beim Aufsichtsrat der Deutschen Telekom Verbesserungsbedarf im Kleinen: Wünschenswert sei ein wenig mehr Branchenkenntnis der Mitglieder, eine ausgewogenere Verweildauer im Gremium und mehr Ausländer. Quelle: dpa
Note 3,1 - Rang 22. Die Aufsichtsräte von MAN würden, laut Ranking, durchschnittlich zu kurz im Amt verweilen. Darüber hinaus nehme VW massiv Einfluss auf den Fahrzeughändler. Quelle: dpa
Note 3,1 - Rang 22. Der Pharma- und Gesundheitsdienstleister hat einen rein deutschen, einen rein männlichen und den durchschnittlich ältesten Aufsichtsrat im gesamten Dax. Quelle: dpa
Note 3,3 - Rang 24. Der beliebte deutsche Sportartikelhersteller patzt vor allem in zwei Punkten. Ihm fehle es, laut Studie, an asienerfahrenen und weiblichen Aufsichtsräten. Quelle: dapd
Note 3,3 - Rang 24. Punktgleich mit Adidas sei der Aufsichtsrat des weltweit größten Anbieters für Dialyseprodukte zu alt, zu männlich und zu träge. Wie das Ranking ausweist, sei ein Aufsichtsratsmitglied durchschnittlich mehr als zehn Jahre im Gremium dabei. Quelle: AP
Not 3,3 - Rang 24. Zu politisch sei der Aufsichtsrat des Energiekonzerns RWE, so die Studie. Zwei Bürgermeister, zwei Landräte und mit Wolfgang Schüssel ein ehemaliger österreichischer Bundeskanzler sitzen im Gremium. Typische Rohstofflieferantenländer decke der Erfahrungsbereich der Aufsichtsräte dagegen weniger ab. Quelle: REUTERS

Was sind die besonderen Tücken des deutschen Marktes?

Der deutsche Kunde kauft führende Technik. Dazu kommt aber ein ausgeprägtes Kostenbewusstsein. Darum müssen wir mit unseren Produkten auch Finanzierungsmodelle anbieten oder auch öffentlich-private Partnerschaften.

Planen Sie auch Übernahmen?

Ja, wir sind auf Einkaufskurs, und da suchen wir Firmen, die uns technologisch weiterbringen, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern auch global. Zurzeit führen wir Gespräche. Wir kaufen aber nichts, nur um unsere Marktanteile zu steigern. Geld für Übernahmen ist vorhanden. GE will in den nächsten Jahren beträchtliche Summen investieren.

Wer offen über seinen CO2-Ausstoß spricht
Der Nachhaltigkeitsindex "Global 800 Carbon", der von der britischen Nichtregierungsorganisation EIO herausgegeben wird, berücksichtigt nicht nur den direkten Kohlenstoffdioxyd-Ausstoß, der zum Beispiel bei der Produktion und beim Heizen entsteht. Sondern erhebt auch indirekte Umweltbelastungen, die zum Beispiel durch den Kauf von Rohstoffen, durch Dienstreisen und Transporte und die Verwendung der erzeugten Produkte entsteht. Bei einem Autohersteller zum Beispiel wird der CO2-Ausstoß aller Fahrzeuge über deren gesamte Lebensdauer errechnet. Die Klimaforscher erwarten von den Unternehmen Auskunft in 15 Kategorien indirekter Umweltbelastung. Wer viel veröffentlicht, schneidet besser ab. An der Spitze steht ein deutsches Unternehmen, das dort überrascht. Quelle: dpa
Platz 10: National Australia BankBranche: Finanzwesen Berichtskategorien: 5 CO2-Intensität: 108,9 Die Klimaforscher erwarten von den Unternehmen Auskunft in 15 Kategorien indirekter Umweltbelastung. Wer viel veröffentlicht, schneidet besser ab. Auf Platz 10 und damit gerade noch unter die Top Ten der nachhaltigsten Unternehmen schafft es die National Australia Bank. Sie ist das größte Geldhaus des Landes und berichtet in fünf Kategorien. Quelle: dapd
Platz 8: WestpacBranche: Finanzwesen Berichtskategorien: 5 CO2-Intensität: 108,6 Das australische Geldhaus Westpac Banking Corporation mit Sitz in Sydney beschäftigt rund 37.000 Mitarbeiter und ist neben dem Heimatmarkt Australien in zwölf weiteren Ländern Asiens vertreten. Quelle: REUTERS
Platz 9: CommerzbankBranche: Finanzwesen Berichtskategorien: 5 CO2-Intensität: 108,8 Die mit knapp 15 Millionen Privatkunden und einer Million Geschäftskunden zweitgrößte Bank Deutschlands schafft es auf Platz 9 im „Global 800 Carbon Ranking“. Im Jahr 2009 hat der Vorstand eine Klimastrategie verabschiedet. Um die CO2-Emissionen, die bei der Hauptversammlung entstehen, ließ die Bank in Panama 2200 Bäume pflanzen. Laut eigenen Angaben hat die Commerzbank ihre CO2-Emissionen zwischen 2007 und 2010 fast halbiert. Quelle: dapd
Platz 7: ValeBranche: Bergbauindustrie Berichtskategorien: 6 CO2-Intensität: 4672,3 Das brasilianische Bergbauunternehmen Vale entstand 1942 als Staatsunternehmen und wurde erst vor einigen Jahren privatisiert. Durch Übernahmen stieg Vale zum heute zweitgrößten Bergbauunternehmen der Welt auf. Es ist dank geringer Lohnkosten und niedriger Steuern mit 35 Prozent Marktanteil der weltgrößte Exporteur von Eisenerz. Quelle: dpa
Platz 6: BaxterBranche: Medizintechnik Berichtskategorien: 6 CO2-Intensität: 149,7 Mit rund 250 Niederlassungen in über 40 Ländern ist Baxter einer der weltweit größten Anbieter für Pharmaprodukte und Medizintechnik. Das Unternehmen hat sich ein Image als nachhaltiges Unternehmen aufgebaut. Es ist das einzige US-Unternehmen im Gesundheitswesen, das seit 2005 jedes Jahr auf der Liste der Global 100 landet, einer Liste des kanadischen Magazins für „sauberen Kapitalismus“, die jedes Jahr auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos präsentiert wird. Quelle: dpa
Platz 5: Santander Bank BrasilienBranche: Finanzwesen Berichtskategorien: 6 CO2-Intensität: 103,8 Der brasilianische Ableger der spanischen Bankgruppe Santander ist das fünfte Geldhaus unter den Top Ten des „Global 800 Carbon Rankings“. Die Brasilianer sorgten vor drei Jahren für Aufsehen in der Finanzwelt – mit einem Rekord-Börsengang, bei dem sie umgerechnet 5,5 Milliarden Euro einnahmen. Quelle: REUTERS

Ihr Ziel ist es, Siemens, den Platzhirsch bei der Medizintechnik in Deutschland, vom Sockel zu stoßen.

Wenigstens ein bisschen. Aber es gibt nicht nur eine Firma, mit der wir uns messen. Siemens ist bei Kernspin- und Computertomografie Platzhirsch. Philips ist in der Kardiologie sehr stark.

Sie haben 14 Jahre bei Siemens gearbeitet. Was ist der große Unterschied zu GE?

Die Vielfalt bei GE ist viel größer. Das gilt für den kulturellen und akademischen Hintergrund der Mitarbeiter, aber auch für die internationale Erfahrung. Es gibt bei uns so gut wie keine Top-Führungskraft ohne internationale Erfahrung.

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