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Fresenius-Chef "Wir lassen uns nichts diktieren"

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Frauenloser Vorstand

Die Hits in der Hausapotheke
Platz 10: Grippostad von Stada Quelle: dpa
Platz 9: Aspirin plus C Quelle: dpa
Platz 8: Dolormin Quelle: PR
Platz 7: ACC Quelle: dpa
Platz 6: Aspirin Quelle: dpa
Platz 5: Thomapyrin Quelle: dpa
Platz 4: Bepanthen Wund- und Heilsalbe Quelle: dpa

Wie zu hören ist, will Fresenius sein kleines Biotech-Geschäft, das immerhin schon ein Krebsmedikament hervorgebracht hat, verkaufen. Wann ist es so weit?

Hier ist noch keine Entscheidung gefallen. Im Laufe des Jahres wollen wir Klarheit bekommen, wie es mit dem Biotech-Geschäft weitergeht. Wir reden hier über ein Startup-Geschäft mit einem Umsatz von 30 Millionen Euro. Unsere Biotech-Einheit muss sich in eine Größenordnung entwickeln, aus der neben den bestehenden vier ein fünfter Unternehmensbereich entstehen könnte. Wenn wir sehen, dass es nicht klappt, suchen wir andere Lösungen.

Bei Fresenius entscheiden ausschließlich Männer über alle wichtigen Dinge wie Strategien, Akquisitionen und Investitionen. Halten Sie das für zeitgemäß?

Von der Nachkriegszeit bis zu ihrem Tod im Jahr 1988 hat Else Kröner dieses Unternehmen ganz entscheidend geprägt. Sie war eine der wichtigsten Frauen in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Eine Benachteiligung von Frauen ist ethisch falsch, wirtschaftlich widersinnig, mit unserer Unternehmenskultur nicht vereinbar und wird von mir nicht toleriert.

Neben HeidelbergCement ist Fresenius einer der wenigen Dax-Konzerne, bei dem weder im Vorstand noch im Aufsichtsrat eine Frau sitzt.

Wir sind für Chancengleichheit. Aber wir lassen uns nicht diktieren, wie wir unsere Führungsposten zu besetzen haben. Wir besetzen nach Qualifikation. Und im Übrigen finden sich in unserem Führungskreis schon rund 27 Prozent Frauen. Wir sind schon da, wo andere Unternehmen noch hinwollen.

Warum hat es dann keine dieser Frauen bislang an die Spitze geschafft?

Diese Frauen sind derzeit eher auf der zweiten, dritten und vierten Führungsebene zu finden, also auf dem Weg nach oben. In den für uns relevanten Studienfächern, also insbesondere in den Natur- und Ingenieurwissenschaften gab es vor 20, 30 Jahren nur wenige Frauen. Das wirkt bis heute nach.

In Arbeit
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Was machen Sie, wenn EU-Kommissarin Viviane Reding oder Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen den Unternehmen eine Frauenquote vorschreiben?

Selbstverständlich werden wir geltendes Recht befolgen – das heißt aber nicht, dass wir solche Gesetze für richtig halten. Aus meiner Sicht ist eine Quote ein unzulässiger Eingriff in das Eigentumsrecht der Aktionäre und Unternehmen. Ich finde, dass sich die Politik damit aus der Verantwortung stiehlt. Wer heute mehr Frauen im Top-Management haben will, hätte eben vor 30 Jahren mehr für die Ausbildung von Frauen oder mehr für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie tun müssen. Ich verstehe auch nicht, warum nur börsennotierte Aktiengesellschaften eine Quote erfüllen sollen. Warum nicht auch Familienunternehmen? Warum nicht Behörden und Ministerien? Frau von der Leyen weiß, wo sie anfangen kann.

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