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Fusion mit Praxair Linde nach Quartalsbilanz voll auf Kurs

Fusion im Soll, die Geschäftszahlen aber klar unter Vorjahresergebnis: Dax-Konzern Linde kommt bei der Verschmelzung mit Praxair gut voran. Allerdings drücken Sondereffekte auf den, immer noch beachtlichen, Gewinn.

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Das Münchener Unternehmen liegt bei der Fusion mit Praxair voll auf Kurs. Quelle: dpa

München Der Münchner Industriegase-Konzern Linde sieht sich vor der geplanten Fusion mit dem US-Rivalen Praxair operativ auf Kurs. Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten - ohne die zum Verkauf stehende Logistik-Tochter Gist – um 2,7 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Das operative Ergebnis (Ebitda) verbesserte sich um 3,8 Prozent auf 3,15 Milliarden Euro. „Umsatz und Ergebnis haben sich in den ersten neun Monaten gut entwickelt, und auch mit unserem Effizienzprogramm liegen wir voll im Plan“, sagte Vorstandschef Aldo Belloni. Die Umsatz- und Gewinnprognose wurde bestätigt.

Unter dem Strich blieb in den ersten neun Monaten aber nur ein Gewinn von 860 Millionen Euro, der knapp acht Prozent unter Vorjahr lag. Grund dafür sind Sondereffekte von 277 Millionen Euro, davon allein 50 Millionen Euro für die Fusion mit Praxair. Im dritten Quartal lag der Umsatz leicht unter Vorjahr und unter den Analystenschätzungen, das Ebitda fiel etwas höher aus als erwartet.

Die neue Holding-Gesellschaft aus Linde und Praxair habe von den 24 benötigten kartellrechtlichen Genehmigungen bereits vier erhalten, teilte Linde am Freitag in München mit. Neben Russland hätten auch die Behörden in Pakistan, Paraguay und der Türkei keine Einwände gegen den Zusammenschluss gehabt. Mit sämtlich anderen Kartellbehörden stünden die Unternehmen in engem Austausch.

Linde hatte auf dem Weg zur Fusion mit Praxair bereits eine wichtige Hürde genommen. Bis zum Dienstag wurden 64,5 Prozent der alten Aktien zum Umtausch in Papiere des fusionierten neuen Linde-Konzerns eingereicht. Damit wurde die erst am Vortag um zwei Wochen verlängerte und auf 60 Prozent gesenkte Mindestannahmequote auf Anhieb erfüllt. Linde und Praxair hatten den Zusammenschluss im Juni besiegelt. Die Praxair-Aktionäre hatten ebenfalls zugestimmt.

Als neuer Weltmarktführer für Industriegase mit 66 Milliarden Euro Börsenwert, 80 000 Mitarbeitern und 27 Milliarden Euro Umsatz erhofft sich der künftig von Praxair-Chef Steve Angel in den USA geführte neue Konzern ein Einsparpotenzial von mehr als 1 Milliarde Euro. Die IG Metall befürchtet den Verlust von Jobs und Mitbestimmungsrechten. Die Fusion steht laut Linde auch auf der Kippe, falls die für einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag notwendige Umtauschquote von 75 Prozent der Linde-Aktien letztlich nicht erreicht würde.

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