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Fusion mit Praxair Linde senkt Mindestannahmequote

Vor der Fusion mit Praxair hat der Industriegasekonzern Linde seine Mindestannahmequote deutlich gesenkt. Die Annahmefrist verlängert sich damit um zwei Wochen.

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Der Industriegasekonzern Linde hat seine Mindestannahmequote vor der Fusion mit Praxair hat deutlich gesenkt. Quelle: dpa

Der Industriegasekonzern Linde will auf den letzten Metern zur geplanten Fusion mit dem US-Rivalen Praxair auf Nummer sicher gehen. Die Münchner legten am Montag die Latte für die Zustimmung der Aktionäre niedriger und verschafften so institutionellen Anlegern mehr Zeit. Damit es zum Zusammenschluss kommt, müssen nun lediglich 60 Prozent der Linde-Anteilseigner ihre Aktien in Papiere der fusionierten Linde plc tauschen, wie Linde am Montag mitteilte. Ursprünglich war eine Annahmequote von 75 Prozent vorgesehen. Bis Freitag hatten mehr als 50 Prozent der Linde-Aktionäre das Tauschangebot angenommen. Mit der Absenkung der Mindestannahmequote verlängert sich die eigentlich am Dienstag auslaufende Annahmefrist um zwei Wochen bis zum 7. November (24 Uhr). Somit haben nun auch Indexfonds genügend Zeit, ihre Anteile zum Umtausch einzureichen - viele durften bislang aufgrund eigener Vorschriften ihre Aktien nicht andienen.

Für viele Indexfonds, die den deutschen Leitindex Dax abbilden, gilt die Schwelle von 50 Prozent als eine Voraussetzung. Einige können nach ihren eigenen Regularien ihre Aktien erst andienen, wenn die zum Umtausch angebotenen Papiere in den entsprechenden Index einziehen. Die zum Umtausch angebotenen Linde-Aktien ersetzen nach Angaben der Deutschen Börse die bisherigen Titel im Dax erst am Mittwoch – einen Tag nach dem Ende der ursprünglichen Annahmefrist. Nach früheren Angaben liegen zwischen zehn und 13 Prozent der Linde-Anteile bei börsengehandelten Fonds (ETFs) und Indexfonds.

"Mit dieser 'Sicherheitsmaßnahme' sind die letzten Zweifel ausgeräumt", sagte ein Börsianer am Montag. "Damit sollte der Deal klappen." Linde teilte weiter mit, der Zusammenschluss könne scheitern, wenn die Annahmequote am Ende der verlängerten Frist "nicht die Schwelle von 74 Prozent erreicht", und in der Folge steuerliche Belastungen anfielen.

Die Fusion von Linde und Praxair zu einem führenden Industriegase-Konzern mit 29 Milliarden Euro Umsatz, einem Börsenwert von annähernd 70 Milliarden Euro und rund 88.000 Mitarbeitern weltweit soll im zweiten Halbjahr perfekt sein. Nach den Aktionären müssen auch noch die Wettbewerbsbehörden in der EU und anderen Ländern zustimmen. Sie dürften Auflagen machen, dass der fusionierte Konzern sich von einigen Geschäftsteilen trennt. Linde und Praxair wollen dabei nicht mehr als 3,7 Milliarden Dollar Umsatz abgeben. Konkurrent Messer hat bereits offen Interesse bekundet, die internationalen Rivalen Air Products und Air Liquide wollen sich mögliche Gelegenheiten anschauen.  

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