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Gabelstapler-Hersteller Steigende Nachfrage treibt Jungheinrich voran

Der Staplerhersteller behauptet sich auf Platz drei weltweit und verbucht ein Rekordplus beim Nettogewinn. Die Aktie gibt trotzdem nach.

Das MDax-Unternehmen hat 2017 erstmals mehr als 120.000 Fahrzeuge produziert. Quelle: dpa

HamburgDer Vorstand von Jungheinrich gibt sich zufrieden an diesem Mittwochmorgen. Per Video-Konferenz verkündeten Vorstandschef Hans-Georg Frey und Finanzvorstand Volker Hues einen Umsatzanstieg des Intralogistik-Spezialisten und Staplerherstellers um elf Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 3,44 Milliarden Euro.

Damit rückt Frey seinem Ziel näher, bis 2020 vier Milliarden Euro Umsatz zu erreichen und die Rendite pro Jahr um rund sieben Prozent zu steigern. Das Vorsteuer-Ergebnis lag bei 243 Millionen Euro, was einem Plus von 13 Prozent entspricht. Das Nachsteuer-Ergebnis stieg um 18 Prozent oder 28 Millionen Euro auf 182 Millionen Euro. Das Ergebnis je Vorzugsaktie stieg von 1,52 Euro auf 1,80 Euro.

Der Vorstand schlägt vor, die Dividende um jeweils sechs Cent zu erhöhen. Die Stammaktionäre sollen so 0,48 Euro erhalten, die Vorzugsaktionäre 0,50 Euro. Die Ausschüttungsquote würde dann mit 28 Prozent einen Prozentpunkt niedriger ausfallen als im vergangenen Jahr.

Erstmals hatte das Unternehmen, das mehrheitlich in Familienhand liegt und im MDax notiert ist, 2017 mehr als 120.000 Fahrzeuge produziert. Und Frey rechnet mit einer weiten steigenden Nachfrage. Auf die Frage, ob Jungheinrichs Produktionskapazitäten dafür auch mittelfristig ausreichen, sagte Frey: „Wir können noch weiteres Wachstum mit unseren Kapazitäten abbilden, bis zu 130.000 Fahrzeuge oder mit kleineren Investitionen auch mehr.“

Die Aktie gab nach Bekanntgabe der Zahlen zunächst um vier Prozent nach und notierte um kurz nach elf bei 36,82 Euro. Analysten hatten bereits im Vorfeld die Aktie auf Halten gestellt, weil es sich bei Jungheinrich bereits um den am höchsten bewerteten Maschinenbauer handelte.

Jungheinrich ist die Nummer drei auf dem Weltmarkt hinter Toyota und Kion. Kion hat am vergangenen Donnerstag Zahlen vorgelegt. Das Unternehmen, das zu 43 Prozent dem chinesischen Unternehmen Weichai gehört, setzte im vergangenen Jahr 7,65 Milliarden Euro um, 37 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auch der Gewinn (Ebit) stieg bei Kion um 43 Prozent auf 765,6 Millionen Euro. Damit spielt Kion in einer anderen Liga als das Familienunternehmen Jungheinrich.

Jungheinrich-Vorstandschef Frey betonte deshalb nach der Bilanzpressekonferenz. dass, wenn die Wettbewerber Toyota und Kion ein Prozent vom Umsatz mehr in Forschung oder Marketing stecken würden, Jungheinrich „im Verhältnis dreifach so viel tun muss. Sonst wird man aus dem Markt gedrückt.“

Insgesamt konnte Jungheinrich seinen Marktanteil in Europa behaupten, wenngleich es Rückgänge bei den Verbrennungsmotoren, aber Zuwächse bei den elektrischen Fahrzeugen gab, was der Vorstand durchaus als Erfolg verbucht.

Auf den Vorwurf von Analysten, dass die Marge nicht genügend steigen würde, die Ebit-Marge war von 7,6 auf 7,5 gesunken, erwiderte Frey, dass riesiges Wachstum und gigantische Margensteigerungen nicht zusammengehen würden. Hinzu käme, dass Jungheinrich 24 Prozent mehr in Forschung und Entwicklung gesteckt habe, ergänzte Finanzvorstand Hues. Der nahezu halbierte Cash-Flow sei vor allem dem Anstieg im Mietgeschäft geschuldet.

Frey rechnet mit einem mittleren bis hohen einstelligen Wachstum für das laufende Jahr und peilt einen Auftragseingang zwischen 3,75 Milliarden und 3,85 Milliarden Euro an und einen Konzernumsatz innerhalb einer Bandbreite von 3,6 Mrd. € bis 3,7 Mrd.

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